Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

heischt die eine und nur die eine Lösung der Frage: Umwandlung 
des Kapitalismus in Sozialismus durch die Diktatur der Arbeiter 
klasse, 
Wir sahen, daß dasjenige, was für die ganze Gesellschaft 
eine Bedingung ihrer weiteren Existenz ausmacht, für das Prole 
tariat ein Organisationsproblem darstellt, das von ihm praktisch 
gelöst werden muß. Das Proletariat muß in dieser Periode den 
Sozialismus aktiv aufbauen und zu gleicher Zeit, im Prozeß 
dieses Aufbaus, sich selbst neu erziehen. Diese Aufgabe kann 
nur mit Hilfe spezifischer Methoden bewältigt werden, mit 
Methoden der organisierten Arbeit, Aber diese Methoden sind 
bereits von der kapitalistischen Entwicklung vorbereitet worden. 
Als die Bourgeoisie die Feudalen stürzte und die kapitali 
stische Produktionsweise, deren Basis in ihren Jugendtagen die 
einzelne Privatwirtschaft war, sich Bahn brach, vollzog sich der 
Wirtschaftsprozeß fast absolut elementar; denn nicht die organi 
sierte Gemeinschaft, nicht das Klassensubjekt wai in Aktion, 
sondern zerstäubte, doch im höchsten Grade aktive „Individuen“. 
Und was Wunder, daß das Losungswort dieser Epoche 
hieß: „Laissez faire, laissez passer“. Der Kapitalismus wurde 
nicht gebaut, sondern baute sich. Der Sozialismus, als organi 
siertes System, wird von dem Proletariat, als dem organisierten 
Kollektivsubjekt, gebaut. Wenn der Entstehungsprozeß des 
Kapitalismus elementarer Natur war, so ist der Aufbauprozeß 
des Kommunismus in hohem Grade ein bewußter, d. h. organi 
sierter Prozeß. Denn der Kommunismus wird von einer Klasse 
geschaffen, die im Schoß des Kapitalismus in jene „revolutionäre 
Assoziation“ hineingewachsen ist, von der Marx sprach. Das 
Zeitalter des kommunistischen Aufbaus wird daher unvermeidlich 
das Zeitalter der planmäßigen und organisierten Arbeit sein; das 
Proletariat wird seine Aufgabe lösen als gesellschaftlich-tech 
nische Aufgabe des Aufbaus einer neuen Gesellschaft, die be- 
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