Full text: Oekonomik der Transformationsperiode

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Was ist die „Phaseologie" des revolutionären Prozesses? 
Diese Frage muß beantwortet werden. Denn durch das Ver 
kennen der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge der verschiedenen 
Phasen ist auch eine ganze Reihe der blödsinnigsten Vor 
stellungen zu erklären. 
Ein deutscher Ingenieur, Hermann Beck,*) „widerlegt“ Marx, 
indem er behauptet, daß die „sozialen Katastrophen (Revolu 
tionen) wirtschaftlich nicht durchaus bedingt“ sind, denn, wie es 
das Beispiel der „antimilitaristischen" Revolutionen gezeigt hat, 
steht hier die „Machtverschiebung, die ganz am Ende der Ent 
wicklungsreihe stehen sollte, ganz am Anfang“. Es ist jedoch 
leicht einzusehen, welche Gesetzmäßigkeit dem revolutionären 
A» 
Prozeß zugrunde liegt. Als historischer prius erscheint der 
Konflikt zwischen den Produktivkräften und den Produktionsver 
hältnissen; dieser Konflikt findet seinen subjektiven Klassenaus 
druck in der „Empörung des Proletariats", d, h. determiniert den 
Klassenwillen auf bestimmte Art. Der Anstoß kommt aus der 
Sphäre der Wirtschaft oder, richtiger, aus dem Zusammenstoß 
zwischen den Produktivkräften und der ökonomischen Hülle, 
Weiter beginnt die katastrophal rasche „Gegenwirkung" von der 
ideologischen Sphäre zu den Produktivkräften; dabei entstehen 
während dieses Prozesses Gleichgewichtsbedingungen auf neuer 
Grundlage. Dieser dialektische Prozeß passiert folgende Phasen:**) 
I, Ideologische Revolution. Die ökonomischen Bedingungen 
zerstören die Ideologie des Burgfriedens, Die Arbeiter 
klasse wird sich ihrer selbst bewußt als Klasse, die die Herrschaft 
*) Hermann Beck: „Eröffnungsansprache" (“Wege und Ziele der Soziali 
sierung", S. 10—12). Nebenbei bemerkt, die Art und Weise, wie Herr Beck 
die Revolution behandelt, erinnert ganz an unsere selige „Nowaja Schisn”. 
**) Diese Formulierung wurde zum ersten Mal von Gen. Kritzmann in 
einem geistvollen Artikel: „Heber die nächstliegende Aufgabe der prole 
tarischen Revolution 1 in Rußland" gegeben. („Narodnoje chosjastwo“ 1918, 
Nr. 5.)
	        
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