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III. HAÜPTTEIL.
nachträglich vom Reich anforderte. So können diese Zahlen
nicht als Monatsverbrauch in der elsaß-lothringischen Ver-
triebenenfürsorge bezeichnet werden. Aber aus der Zu
sammenstellung geht das eine unbedingt hervor, daß es
bis heute nicht gelungen ist, die Unterstützungen für die
Flüchtlinge unnötig zu machen. Ein starker Abbau der
Unterstützung ist zwar zu bemerken, denn angesichts der
Tatsache, daß die Geldentwertung in unserem Lande seit
1919 in besonders hohem Maße fortgeschritten ist, müßte
es schon als ein Symptom des Abbaues der Unterstützung
bezeichnet werden, wenn die ausgegebenen Summen sich
nicht mehr erhöhen, da die Sätze der Erwerbslosenfürsorge
und der Zusatzunterstützung selbstverständlich eine gewisse
Anpassung an die Geldentwertung erfahren mußten. Be
denkt man jedoch, daß sich die Zahl der Flüchtlinge seit
Dezember 1919 nicht mehr wesentlich vermehrt hat,— Ende
1919 waren es rund 100000, heute rund 111000 —■ so ist
aus den Summen, die in den Monaten des Jahres 1920
bis Ende September verbraucht wurden, zu ersehen, daß
der Abbau noch nicht in dem Umfange erfolgt ist, der zu
wünschen wäre.
Belege hierfür finden sich auch in den Sammel-Aus-
gaben-Nachweisen der Landesvereine des Roten Kreuzes,
die monatlich eine Zusammenstellung über die in ihrem
Bezirk an vertriebene Elsaß-Lothringer ausgezahlten Un
terstützungen anfertigen. So wurden vom Landesverein
des Roten Kreuzes in Frankfurt a. M. an Unterstützungen
für vertriebene Elsaß-Lothringer verauslagt:
August
Dezember
Februar
Mai
August
Zahl der Unterstützten:
1919
1919
1920 g; 1920
$>1920
Erwachsene 1
5613
3296
1912
1269
819
Kinder jfei
2657
1848
1447
1202
981
Laufende Unterstützungen
1014 888
864 100
524 298
418 360
324 571 M.
Einmalige „
80 579
23 819
37 627
57 039
90 890 *
Krankenfürsorge
12 073
11475
29 247
54 607 '
54 390 „
Möbelbeihilfe
An Unterstützungen auf
—
25 981
20198
40765
3 250 „
den Kopf rund in Mark
133
179
181
231
262