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II. HAÜPTTEIL.
bzw. seit dem Waffenstillstand nach dem Mutterland zu-
rtickgewanderten bzw. vertriebenen Deutschen gibt es nicht.
Von der Größe dieser Einwanderung kann man sich jedoch
eine Vorstellung verschaffen aus einzelnen Angaben über
die Zahl der vor dem Kriege im Ausland ansässigen Deut
schen. In einem Ergänzungsheft zu den Vierteljahrsheften
zur Statistik des Deutschen Reiches (Jahrg. 1916 IV), das
von den Deutschen im Ausland handelt, finden wir Sta
tistiken über die Zahl der Ausländsdeutschen in 15 euro
päischen Staaten. Die Statistiken stammen sämtlich aus den
Jahren 1901—1911. Leider machen diese Statistiken zumeist
keinen Unterschied zwischen den in Deutschland geborenen
und den deutschen Reichsangehörigen, so daß sich ein ge
naues Bild der deutschen Staatsangehörigen in diesen Län
dern nicht ergibt. Da sich die Zahl der in Deutschland Ge
borenen plus den deutschen Staatsangehörigen in diesen
15 europäischen Staaten auf 675581 beläuft, so han
delt es sich auf alle Fälle um mehrere Hunderttausend
deutsche Staatsangehörige allein in diesen 15 europäischen
Staaten. Für eine erzwungene Rückwanderung Ausländs
deutschen ins Mutterland kommen jedoch nur unsere Feind
staaten in Betracht. Unter den 15 angeführten europä
ischen Staaten befindet sich in erster Linie Frankreich
mit 89772 deutschen Reichsangehörigen im Jahre
1901, ferner England mit 56467 in Deutschland Ge
borenen im Jahre 1911, Belgien mit 57 010 deutschen
Reichsangehörigen im Jahre 1910. Von diesen rund
200000 Deutschen dürften heute nicht mehr allzuviele in
Frankreich, England und Belgien ansässig sein. Der Bund
der Ausländsdeutschen e. V. mit Sitz in Berlin, der die In
teressen der nach Deutschland zurückgekehrten Ausländs
deutschen vertritt, zählt zurzeit etwa 61000 Mitglieder.
Meist ist nur der Familienvorstand dem Bund als Mitglied
beigetreten, höchstenfalls noch erwachsene Kinder. Der
Geschäftsführer des Bundes nimmt an, daß mindestens eine
gleich große Zahl von in Deutschland befindlichen erwach
senen Ausländsdeutschen dem Bunde noch nicht beige
treten ist.