Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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II. HAÜPTTEIL. 
sehen Unternehmer, sowie auf die bereits stark fortge 
schrittene Entwicklung der oberelsässischen Textilindustrie 
zur Zeit der Wiedervereinigung Elsaß-Lothringens mit 
Deutschland zurückzuführen ist. 
Sodann läßt sich aus dieser Statistik die bedeutend 
stärkere Vertretung der Deutschen gegenüber den Ein 
heimischen unter den Arbeitern und Angestellten als unter 
den Selbständigen nachweisen, womit sich die Ansicht be 
kämpfen läßt, die eingewanderten Deutschen hätten in 
jeder Beziehung den Einheimischen die Zügel aus der Hand 
genommen. 
Alle Eingewanderten sind nicht in dieser Statistik ent 
halten, aber es liegt kein Grund vor anzunehmen, daß die 
Berufsverhältnisse bei den bereits im Lande geborenen Alt 
deutschen andere gewesen seien, als bei den zugewanderten. 
Im Zusammenhang unserer Untersuchung ist diese 
Statistik wichtig, weil sie uns zeigt, aus welchen Berufen 
sich die seit November 1918 vertriebenen Elsaß-Lothringer 
zusammensetzen müssen. 
Verschwindend klein war die Zahl der altdeutschen 
Landwirte in Elsaß-Lothringen. Es ist dies ja auch ohne 
weiteres zu verstehen. Der bodenständige Bauernstand 
Deutschlands dachte nicht an ein Auswandern nach Elsaß- 
Lothringen, abgesehen davon, daß in Elsaß-Lothringen 
keine größere Ansiedelungsmöglichkeit bestand. Wir haben 
in Elsaß-Lothringen eine starke Besiedelung des platten 
Landes, die ihren Grund in einer günstigen Bodenverteilung 
findet. Elsaß-Lothringen ist das Land der Kleinbauern, 
mit einer gewissen Einschränkung hinsichtlich Lothrin 
gens. 1907 waren von 244948 landwirtschaftlichen Be 
trieben : 
Betriebe unter 
2 ha 
152 246 
von 
2—6 ha 
54 049 
» 
5—20 ha 
34 471 
20-100 ha 
3 830 
über 
100 „ 
352 
Von diesen 352 Großbetrieben entfallen 317 auf Loth 
ringen.
	        
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