Nr. 2785
Nach diesen Aufstellungen hat also die Getreide—
derwaltung den eingeführten Weizen im Jahre
1922 um durchschnittlich 94 Rappen und im Jahre
1923 um 1,28 Fr. je 100 Kg über den berech—
teten marktgemäßen Preisen verkauft, im Jahre
1924 dagegen um 1,20 Fr. darunter.
Das ungünstigere Verhältnis in den Jahren
1922 und 1923 erklärt sich, abgesehen vom ver—
schiedenen Verlauf der Marktentwicklung (1922 und
1923 Preisrückgänge, 1924 steigende Marktpreise),
durch die Abschreibungen im Betrage von rund
Millionen Franken insbesondere auf die eiserne
Getreidereserve des Bundes, die mit Rücksicht auf
die zurückgegangenen Marktpreise nötig wurden.
Der Inventarpreis für die Getreidereserve be—
trug für 100 «kf Weizen:
. Mai 1926 (S. 83 bis 85), ferner den a. a. O. für
923 und 1924 veröffentlichten Gewinn- und Ver—
ustrechnungen“) ist folgendes zu entnehmen:
Einkauf
1. Anslandsgetreide
Für den Einkauf wurden, wie der Bericht für
985 besonders hervorhebt, alle Marktereignisse, die
nbau— und Erntestatistiken, die Weltvorräte, die
örnteaussichten usw. auf das sorgfältigste beobachtet.
zm Jahre 1923 vollzog sich der Einkauf haupt—
ächlich im Herbst, als die Preise tief standen,
bährend die Einfuhrmengen der ersten Jahreshälfte
toch im wesentlichen aus den Abschlüssen. vom
herbst 1922 stammten. Mit Ungarn und über
leinere Mengen auch mit Italien schloß die Schweiz
m Jahre 19823 Lieferungsverträge ab, durch die
diese Länder verpflichtet wurden, einen Teil des
Erlöses aus ihren Getreideverkäufen an die Schweiz
—D
ndustrie und Landwirtschaft (Zuchtvieh) zu ver—
nenden.
Im Jahre 1924 wurden die Auslandskäufe zum
rößten Teil in der Zeit bis Ende April abge—
chlossen, obschon die Getreideverwaltung bereits
iber große Bestände verfügte; die nachherige Preis—
teigerung bis in das Jahr 1925 hinein bewies,
»aß diese Käufe auf einer richtigen Marktvoraus—
icht beruhen. Von den 1924 insgesamt abge—
vickelten Auslandskäufen von 399 833 6 entfielen
o 214 000 f auf die Zeit bis Ende April. Größere
däufe über den laufenden Bedarf hinaus wurden
»ann erst' wieder im Herbst 1925 vorgenommen,
ibermals zu einem verhältnismäßig günstigen Zeit—
ounkt.
In den drei Jahren wurden folgende Mengen aus
»em Ausland für den Inlandsverbrauch über—
nommen:
In den Ju!
Mühlen lagernd Lagerhdäusern
Fr.
Fr
am 1. Januar 1922 .. 40,- 37, 28
am 31. Dezember 19228 36, - 34,50
am 831. Dezember 1923. 32, — 30. ⸗
am 31. Dezember 1924 32. — 30. ⸗
Die Abschreibungen in der Zeit vom 1. Januar
1922 bis 31. Dezember 1924 von rund 9 Millionen
Franken entsprechen ungefähr den Beträgen, um
wvelche die Verkaufspreise der Getreideverwaltung
in den Jahren 1922 und 1923 über den nach der
erwähnten Methode berechneten Preisen stehen.
Den Berichten der eidgenössischen Getreidever—
valtung, enthalten für die Kalenderjahre 1923 und
1924 in den „Berichten des Schweizerischen Bun—
desrats an die Bundesversammlung über seine Ge—
chäftsführung“ in den Jahren 1923 (S. 726 bis
728) und 1924 (S. 592 bis 596) und für das
dalenderjahr 1925 in den „Wirtschaftsberichten des
Schweizerischen Handelsbsattes“ Nr. 10 vom
Ubernommenes
Auslandsgetreide
Gesamtkaufpreis
frei unverzollt
Schweizer Grenze
Mit hin
Durchschnittspreis
je Tonne
Zum Vergleich durchschn.
Preise für mittlere
amerik. Weizensorten
cif Hamburg
(Kein Zoll):0)
1928. .. .... 1 52 2ä188 618 798.uu gr.
i6831 32 877 867 0 118 780 283*
— * 3435431 121100 86218.
277,70 Fr. 257 Fr.
314,60 ⸗ 293 ⸗
352,50 ⸗
Vergleicht man in der vorstehenden Übersicht den
Zurchschnittlichen Einkaufspreis frei unverzollt
Schweizer Grenze mit dem durchschnittlichen Ham—
hurger eif-Preis für mittlere amerikanische Weizen—
sorten, der den Rotterdamer Notierungen gleich—
kommt, so gewinnt man den Eindruck, daß die eid—
Jenössische Getreideverwaltung nicht ungünstig ein—
Lkauft hat; denn die Verfrachtung Rotterdam—
Schweizer Grenze wird auf mehr als das Doppelte
des zwischen den obengenannten Preisen bestehen—
den Unterschiedes von 31 Fr. zu veranschlagen sein.
Außer den tatsächlich in die Schweiz eingeführten
Mengen wurden noch einige Posten unmittelbar
im Ausland weiterverkauft; außerdem sind geringe
Mengen durch Havarieverrechnung und Trans—
portmanko aus den Gesamtkäufsen ausgeschieden. So
vurden im Jahr 1924 von dem im Ausland auf—
gekauften Getreide 21751 6 mit einem Gewinn von
02 828,04 Fr. gleich weiterverkauft; 515 6 entfielen
ruf Havarieverrechnung und Tranusportmanko.
2. Inlandsgetreide
Aus der einheimischen Ernte wurden von der Ge—
reideverwaltung jeweils bis zu dem festgesetzten
etzten Liefertermin des Erntejahres (1923 und 1924
eweils bis 31. März des nächsten Kalenderjahres,
1925 bis 16. März 1926) folgende Getreidemengen
ibernommen;:
8) Für 1925 ist die Gewinn- und Verlustrechnung der
gzetreideverwaltung noch nicht veröffentlicht.
10) Die Originalnotierungen erfolgten in Gulden.