Full text: Die Arbeiterfrage

alismus soviel schlaflose Nächte gemacht, daß ich 
ihn aus Wiedervergeltung verbannt habe. Die Form 
(katholisch) habe ich noch nicht gebrochen, da sie 
mich nicht drücken kann, und um meinen Buben in 
der Schule keine Ungelegenheiten zu bereiten. Der 
einzige Glaubenssatz, den ich habe, lautet: In See 
len, die das Leben aushalten und Mitleid üben und 
menschlich walten, mit vereinten Kräften wirken 
und schaffen, trotz Hohn und Spott, das ist Gott, 
(i.) [B.R.] 
Das All der Dinge als Gott gedacht, würde ich 
mich nicht schämen, zu bekennen. (2.) [B. R.] 
Ich glaube an keinen Gott und bin aus der Landes 
kirche ausgetreten. Wenn Gott gerecht ist, muß 
er auch gerecht handeln. Und wie handelt der 
liebe, gute Gott? Daß Tausende armer Würmchen 
des Morgens hungrig nach der Schule gehen 
müssen. Dann laufen mir die Tränen die schmalen 
Wangen herab. (3.) [B. S.] 
Verstehe unter dem Gottesbegriff alles Gute, Schöne 
und Erhabene. Erinnere mich dabei an Lenaus 
Worte: „Die Welt ist dahinter gekommen, trotz 
aller Gaukelei der Frommen, daß mit dem Leben 
vor dem Grabe man endlich Ernst zu machen habe. 
(2.) [B.R.] 
Ich glaube seid meiner Konfirmacion nicht mehr an 
Gott, da ich sollte Sünden von der Unkeuschheit 
sagen und da ich keine wüste so wollte er mich 
nicht lossprechen von den Sünden er forderte mich 
mehrmals auf Ihm was zu erzählen von der Un 
keuschheit und dann wie ich Ihn belogen hatte, 
sagte er siehst du mein Sohn hättest du mir das 
eher gesagt, hätte ich Dich schon längst losge 
sprochen. (3.) [B. S.] 
Kindliche Frage. Welchen Gott meinen Sie? Den 
Juden-, Heiden- oder Türkengott? Ich halte es mit 
der Prometheusschen Faustdichtung Goethes: „Das 
drüben kann mich wenig kümmern etc. etc.“ (2.) 
[B.R.] 
An Gott glaube ich nicht, weil er schon gestorben 
ist. (2.) [B.R.] 
Ich bin aus der Landeskirche ausgetreten, und 
glaube nicht an den Christlichen Laiengott, wenn es 
einen gäbe, so währe er Unwissend, schwag und 
Ungerecht. (3. t.) [B. Schl.] 
Gott ist Geld, und Geld regiert die Welt. (3.) 
[B. R.] 
Ich bin mit meiner Frau aus der evangelischen Lan 
deskirche ausgetreten, da ihre Diener Handlanger 
des Kapitals sind. (3. t.) [B. R.] 
Die Beantwortung dieser Frage halte für Zeitver 
schwendung. (1.) [B. R.] 
Nein. Weil ich keine Steuer zahlen will, und nicht 
Selig werde. (4.) [B. S.] 
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