Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

86

III.  HADPTTEIL.

Die  Zentralstelle  für  elsaß-lothringische  Beamte  und
Ruhegehaltsempfänger  wurde  der  Abteilung  eingegliedert,
ebenso  wurde  ihr  die  Reichszentralstelle  in  Freiburg  mit
ihren  Übernahmestellen  unterstellt 1 ).  Über  die  Tätigkeit  des
Roten  Kreuzes  hinsichtlich  der  Piirsorge  für  die  vertriebenen ­
  Elsaß-Lothringer  übt  die  Abteilung  eine  gewisse  Kontrolle ­
  aus  und  führt  ihr  die  nötigen  Mittel  vom  Finanzministerium ­
  zu.  Der  Hilfsbund  für  die  Elsaß-Lothringer
im  Reich  durfte  der  Regierungsstelle  nicht  untergeordnet
werden.  Er  mußte  eine  völlig  unabhängige  Vertretung  der
Flüchtlinge  bleiben.  Durch  den  Hilfsbund  sollte  jedoch  der
Abteilung  eine  Fühlungnahme  mit  den  Vertriebenen  ermöglicht ­
  werden.  Zur  Sicherung  dieser  Verbindung  und
um  gleichzeitig  den  Vertriebenen  Gelegenheit  zu  geben,  ihre
Interessen  gegenüber  der  Regierung  zu  vertreten,  wurde
von  der  Regierung  (nach  Vorschlägen  aus  dem  Kreise  der
Vertriebenen)  ein  Beirat  berufen,  bestehend  aus  drei  Flüchtlingen ­
  als  Vertreter  der  Majoritätsparteien  der  Nationalversammlung ­
  und  12  Flüchtlingen  als  Vertreter  der  verschiedenen ­
  Berufsgruppen.  Dieser  Beirat,  als  dessen  Vorsitzender ­
  der  ehemalige  alt-elsässische  Bürgermeister  von
Straßburg  und  letzte  Statthalter  von  Elsaß-Lothringen  gewonnen ­
  wurde,  sollte  die  Möglichkeit  haben,  die  Regierung
in  allen  wichtigen  Fragen  über  die  Wünsche  und  Klagen
der  Flüchtlinge  zu  unterrichten,  und  die  Regierung  hatte
auf  diesem  Wege  die  Möglichkeit,  sich  vor  wichtigen  Entscheidungen ­
  über  Stimmung  und  Meinung  der  Vertriebenen
Aufklärung  zu  verschaffen.
So  war  die  Zusammenfassung  aller  mit  der  Sorge  für
die  Zukunft  der  vertriebenen  Elsaß-Lothringer  betrauten
Organisationen  im  März  vorigen  Jahres  erreicht.
Im  Laufe  der  nächsten  Monate  bildeten  sich  noch
verschiedene  Vereinigungen  zur  Wahrnehmung  besonderer
Interessen  unter  den  Vertriebenen.  Die  meisten  dieser  Bestrebungen ­
  fanden  ihren  Rückhalt  in  dem  Hilfsbund  für
die  Elsaß-Lothringer  im  Reich,  der  schon  bald  die  Masse
1)  Seit  1.  Januar  1920  als  Zweigstelle  der  Abteilung  nach  Lahr
in  Baden  verlegt  (wegen  Mangel  an  geeigneten  Büroräumen).
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.