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Die Gesamtwirtschaft.
opfern, wodurch seine Fähigkeit, weitere Güter zu kaufen, eine Einbuße erfährt,
oder der Käufer verringert seine Nachfrage nach dem im Preise gestiegenen Gut,
um die sonstigen Güter im bisherigen Umfange weiter kaufen zu können. Aus
diesen Überlegungen und Handlungen des Käufers wird zugleich ersichtlich, daß
die Preise der Güter untereinander in Verbindung stehen, indem — bei gegebenen
Geldeinkommen — die Verausgabung einer größeren Geldmenge für ein bestimmtes
Gut die Nachfrage nach den anderen Gütern verringert und damit ihren
Preis sinken läßt.
Die Anpassung der Nachfrage an die Veränderung der Preise wird als Elastizität
der Nachfrage bezeichnet. Es ist nämlich nicht immer so, daß die Erhöhung
oder Ermäßigung des Preises für ein bestimmtes Gut eine Verringerung oder Vermehrung
der Nachfrage bewirkt. Man kann die Beobachtung machen, daß eine
Verringerung z. B. des Brotpreises keine wesentliche Vermehrung des Brotverbrauchs
zur Folge haben wird, wohl aber die Fähigkeit der Einkommensbezieher,
Geldmittel für andere Ausgaben vorzunehmen. Umgekehrt wird eine Ermäßigung
der Eintrittspreise für die Kinotheater sicherlich eine größere Nachfrage nach
Plätzen hervorrufen. Die Beweglichkeit der Nachfrage, wie sie sich in Wirklichkeit
darbietet, ist wichtig für die Rückwirkung der Preise auf die Entschließung
des Käufers und ihre Kenntnis bedeutsam für die Preisforderungen auf seiten
der Verkäufer.
Somit regelt die Preisbildung die Nachfrage auf seiten des Käufers. Ähnlich
ist der Zusammenhang auf seiten des Angebots von Gütern, das von den Wirtschaftsbetrieben
kommt. Im Grunde genommen sucht jeder Wirtschaftsbetrieh
an den zahlungswilligsten Käufer zu verkaufen, d. h. an den, der die höchsten
Preise bewilligt. Doch ist hierbei der Wirtschaftsbetrieh selbst wieder an die
Preise gebunden, die er für die Einrichtungen seines Betriebs, die Produktionsgüter,
im Markt aufzuwenden hat. Außerdem hat er die Entgelte in Rechnung zu
stellen, die er an seine Mitarbeiter vereinbarungsgemäß zu entrichten hat. Nur
die Preise sind daher für ihn lohnend, d. h. bewirken einen Überschuß — also
Geldeinkommen für die an dem Wirtschaftsbetrieb beteiligten Menschen —, die
die selbst bezahlten Preise für die Produktionsgüter und Entgelte für die Mitarbeiter
übersteigen. Die Preise für die Produktionsgüter und Entgelte nennt man
Kosten. Der Wirtschaftsbetrieb wird also nur die Produktionsgüter verwenden
und solche Verbrauchsgüter herstellen, deren Preise den errechneten Geldüberschuß
über die Kosten erbringen.
Den Preisen für die Güter entspricht der Zins für die Nutzung von Kapital.
Wenn der einzelne sein Geldeinkommen oder Teile desselben nicht zur Beschaffung
von Verbrauchsgütern verwendet, sondern einem Dritten überläßt, so ist dieser
bereit, für die Zeit der Überlassung ein Entgelt zu gewähren, den Zins. Durch die
Verwendung der Geldsumme zur Beschaffung von Produktionsgütern entsteht
Sachkapital ■—Kapitalbildung im volkswirtschaftlichen Sinne —; mit Hilfe dieses
Sachkapitals erhofft der Entleiher in seinem Wirtschaftsbetrieb einen solchen Geld-Überschuß
zu erzielen, daß ihm die Entrichtung eines Zinses nicht schwer fällt.
Für den Wirtschaftsbetrieb rechnet somit der Zins zu den Kosten; seine Höhe ist
in die Überlegungen einzubeziehen, die sich auf die Errechnung des Überschusses
aus den sonstigen Kosten für die Produktionsgüter, den Entgelten und den Preisen
für die fertiggestellten Güter ergeben. Wird ein höherer Zins geboten, so glaubt
der Kreditnehmer mit seiner Verwendung einen entsprechenden Gewinn zu erzielen.
Hierdurch wird das Kapital dorthin gelockt, wo eine gesteigerte Nachfrage
nach Gütern besteht. Auf der anderen Seite bildet die Höhe des Zinssatzes einen
Anreiz, eine entsprechende Verwendung des Geldeinkommens vorzunehmen. Es
muß jedoch vermerkt werden, daß das Sparen nicht allein von der Höhe des Zins