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Die Gesamtwirtschaft.
wie folgt: 1. Die Epoche der agrarischen Eigenwirtschaft (bis 10. und 12. Jahrhundert), 2. die
Epoche der Stadtwirtsohaft (12.—16. Jahrhundert), 3. der Mittel- und Territorialwirtsohaft
(14.—18. Jahrhundert), 4. die Volkswirtschaft (16.—19. Jahrhundert), 5. die Epoche der
Weltstaaten und der vordringenden weltwirtschaftlichen Beziehungen. Eine Abwandlung
nimmt Philippovich vor: 1. Die Periode der geschlossenen Hauswirtschaft, 2. die Verkehrswirtschaft
und innerhalb dieser: a) die Periode des lokal gebundenen Verkehrs (Stadtwirtschaft),
b) die Periode des staatlich gebundenen Verkehrs, c) die Periode des freien Verkehrs
(entwickolteVolkswirtschaft). Nach den Formen des Verkehrs unterscheidet v.Zwied
i n e c k: 1. Zustand ohne Marktverkehr, 2. Zustand mit ergänzendem Marktverkehr, 3. Zustand
allgemeiner und freier Marktversorgung; die ausgebildete Volkswirtschaft.
Wenn auch die Richtigkeit und Gültigkeit der verschiedenen Abgrenzungsmerkmale
und insbesondere die geschichtliche Aufeinanderfolge der einzelnen
Wirtschaftsstufen im Schrifttum sehr umstritten sind, so lassen doch die in
großer Zahl vorgebrachten Tatsachen und Vorgänge erkennen, daß sich Entwicklungen
in großem Ausmaße vollzogen haben. An ihrem Ende steht die heutige
Gesamtwirtschaft, die übereinstimmend als Verkehrs- oder Volkswirtschaft inhaltlich
bestimmt wird. Die geschichtliche Bedingtheit der gegenwärtigen Gestalt
der Gesamtwirtsohaft zwingt zu dem Schluß, daß sie in der Form, wie sie sich uns
heute darstellt, keineswegs als etwas Endgültiges angesehen zu werden braucht.
Wo die Gesamtwirtschaft die arbeitsteilige Form der Erwerbswirtschaft —
Verkehrs- oder Volkswirtschaft — angenommen hat, besteht eine unlösbare Gemeinschaft
zwischen den Wirtschaftsbetrieben und den auf Geldeinkommen angewiesenen
Menschen. Niemand kann sich dieser Gemeinschaft entziehen; auch
der Bauer, der einen großen Teil der für seinen Lebensunterhalt erforderlichen
Güter selbst herstellt, muß seinen Bedarf an Geräten, Kleidung und vielen anderen
Dingen von anderen Wirtschaften beziehen. Erst recht sind die freien Berufe auf
die arbeitsteilig hergestellten Güter angewiesen, nicht zuletzt auch die Menschen,
die zu den Wirtschaftsbetrieben gehören: alle befriedigen ihre Bedürfnisse mit Gütern,
die in anderen Wirtschaftsbetrieben hergestellt werden. Diese Abhängigkeit
aller Menschen von den Wirtschaftsbetrieben und das Angewiesensein aller Wirtschaftsbetriebe
auf die einzelnen Menschen kennzeichnet die Bedeutung der gegenwärtigen
Gestalt der Gesamtwirtschaft. Ihre Aufgabe ist also darin zu sehen,
daß sie die Befriedigung von Bedürfnissen einer Gemeinschaft von Menschen
sicherstellt.
Die Darstellung dieser Ganzheit, d. h. „der zu einem System untereinander verbundenen
und voneinander abhängigen Einzelwirtschaften“ (v.Zwiedineck),
obliegt herkömmlioherweise der Volkswirtschaftslehre (Nationalökonomie). Wenn
im folgenden versucht wird, von der Organisation und dem Ablauf dieser Gesamtwirtschaft
ein mit wenigen Strichen gezeichnetes Abbild zu geben, so geschieht
dies aus dem wichtigen Grunde, um zu erkennen, daß und wie die einzelnen Wirtschaftsbetriebe,
mit denen wir uns zu beschäftigen haben, in diesen Ablauf eingebettet
sind.
3. Der Vollzug der Marktwirtschaft. Wenn wir davon ausgehen, daß eine gegebene
Zahl von Wirtschaften bestimmter Art, Größe und Gestaltung erforderlich
ist, um die Befriedigung ebenso gegebener Mengen und Arten von Bedürfnissen
sicherzustellen, so ist zunächst erforderlich, daß nicht nur die entsprechenden
Mengen und Arten von Gütern, die der Befriedigung dieser Bedürfnisse dienen, in
laufender Folge hergestellt werden, sondern daß gleichzeitig auch Vorsorge dafür
zu treffen ist, daß die zur Herstellung der Güter verwendeten Einrichtungen und
Hilfsmittel zum mindesten in ihrer Art und Leistungsfähigkeit erhalten bleiben.
Das bedeutet, daß außer den eigentlichen Verbrauchsgütern ebenso laufend Produktionsgüter
für den Ersatz der unbrauchbar gewordenen und daher ausgeschiedenen
alten Produktionsgüter hergestellt werden müssen. Bei einer sich durch die
Bevölkerungsmehrung vergrößernden und ändernden Volksgemeinschaft kommt