Die Wirtschaft.
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Haushalten geprägt, mit den Gütern Haushalten, keine Verschwendung treiben,
damit möglichst viele Bedürfnisse oder gegebene Bedürfnisse möglichst lange befriedigt
werden können. Der Haushalt stellt somit die planmäßige (sparsame)
Verwendung der Güter für die Bedürfnisbefriedigung dar (unmittelbarer Verbrauch
und Gebrauch der Güter).
Wir kommen nunmehr auf die Frage zurück, in welchem Verhältnis der Haushalt
(im obigen Sinne) zur Wirtschaft steht, von deren Begriffsbestimmung wir
ausgegangen sind. Es ist nämlich weitverbreitete Übung, den Haushalt in den
Begriff der Wirtschaft einzuschließen. Dann besteht die Wirtschaft aus der Bereitstellung
von Gütern (Produktion) und aus dem Verbrauch derselben (Konsumtion).
Wir wollen uns dieser Übung nicht anschließen, sondern unter Wirtschaft
(im B-Sinne) die menschliche Tätigkeit verstehen, die es mit der Bereitstellung von
Gütern zu tun hat; wir lassen also die Verwendung der Güter (Konsum) bewußt
außerhalb des Begriffs der Wirtschaft. Natürlich geht die Wirtschaft von den
Bedürfnissen aus, die befriedigt werden sollen; sie sucht diese Bedürfnisse nach
Art, Größe und Dringlichkeit abzuschätzen, um darnach die Güterherstellung einzurichten.
Dies alles bildet, wie wir gesehen haben, einen wichtigen Bestandteil
des Wirtschaftsplanes. Ein anderes ist es jedoch mit der Bedürfnisbefriedigung
selbst: ob etwa das dem Haushalt zur Verfügung gestellte Brot in dieser oder jener
Zubereitung, zu dieser oder jener Zeit, für das Kind oder den Kranken verwendet
wird. Was im Haushalt geschieht, ist so eigenartig, daß es gerechtfertigt erscheint,
den Vorgang der Güterbereitstellung für sich abzugrenzen und diesen Vorgang
als Wirtschaft zu bezeichnen. Dies wird zur Notwendigkeit, wenn man versucht,
den Sachbereich der Wirtschaft wissenschaftlich darzustellen (wie es im vorliegenden
Buch geschehen soll).
Natürlich bedeutet die begriffliche Absonderung — eine solche liegt allein vor — keine
Rangordnung: wie die Wirtschaft, so ist auch die Bedürfnisbefriedigung von größter Bedeutung
für das menschliche Gemeinschaftsleben. Die begriffliche Absonderung sagt ferner noch
nichts über die tatsächliche Verbundenheit von Wirtschaft und Haushalt aus. Hier können
leicht Mißverständnisse dadurch entstehen, daß das Wort Haushalt noch in einem anderen
Sinne gebraucht wird, nämlich als die Stätte, wo sich die Bedürfnisbefriedigung abspielt. Es
ist — von den mehr oder weniger unvollkommenen Veranstaltungen der Einzelpersonen
(Junggesellen) abgesehen —in erster Linie dieFamilie, die den Haushalt im eigentlichen Sinne
innerhalb ihrer Behausung (Wohnung) durchführt; daneben gibt es Herbergen, Restaurants,
Hotels, Pensionen, wo gleichfalls eine Bedürfnisbefriedigung vor sich gehen kann. Der Haushalt,
im Sinne der örtlichen Veranstaltung der Bedürfnisbefriedigung, kann ferner räumlich und
persönlich mit der Wirtschaft verbunden sein. Persönlich; indem der oder die Wirtschafter
zugleich die Personen sind, die die Güter hersteilen und diese Güter selbst verbrauchen, wie
dies heute noch in gewissem Umfange beim Bauer der Fall ist. Wichtiger ist räumliche Verbundenheit,
indem Wirtschaft und Verbrauch (Haushalt) sich in dem gleichen Haus und sogar
in ständiger Vermischung von Wirtsohaftsarbeit und Bedürfnisbefriedigung vollziehen (Handwerker).
Trotz dieser Verbundenheiten bleibt der Wesensunterschied zwischen Wirtschaft
(Bereitstellung von Gütern) und Haushalt (Befriedigung von Bedürfnissen) bestehen.
Der Vollständigkeit halber sei noch vermerkt, daß die engen persönlichen und
örtlichen Beziehungen zwischen Wirtschaft und Haushalt, insbesondere wie sie
ursprünglich gewesen sind und wie sie lange bestanden haben, der Vermischung der
beiden Begriffe Vorschub geleistet haben. Das geht so weit, daß hier und dort
sogar der Haushalt als die eigentliche Wirtschaft und die spätere Loslösung der
Güterherstellung aus dem Haushalt als die Wirtschaft im uneigentlichen Sinne
angesehen wird. (Wirtschaft im D-Sinne.)
Die Bemühungen, eine besondere Lehre vom Haushalt zu entwickeln, sind sehr zu begrüßen.
In ihrem Mittelpunkt stehen die Familie und die Frau als Hausfrau und Mutter. Doch
kommt es nicht nur auf die rationelle Gestaltung der Haushaltsarbeiten im engeren Sinne
(technische Hilfsmittel, Angestellte), sondern vor allem auf die beste Verwendung des dem
Haushalt zur Verfügung gestellten Geldeinkommens an. Die Ausgaben der Hausfrau sind entscheidend
für die Gestaltung der Wirtschaft. Ebenso wichtig sind die Fragen des Nachwuchses