Die Wirtschaft.
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Gut ausgetauscht wurde. Der Tausch ist die erste Stufe der Verkehrswirtschaft,
er bedeutet, daß die Wirtschaften, die Tauschgüter herstellten, nunmehr gehalten
waren, auch die Art und Menge dieser Tauschgüter in ihren Wirtschaftsplan einzustellen,
d.h. nicht nur die Bedürfnisse der zu ihnen gehörenden Menschen abzuschätzen,
sondern auch den Nutzen der Tauschgüter zu berücksichtigen. Dieser
bestand in dem, was das Tauschgut an anderen Gütern einbrachte.
Der Tauschverkehr erfährt eine Erleichterung durch die Herausbildung eines
allgemeinen Tauschgutes, d.h. eines Gutes, das nicht nur gegen ein bestimmtes
anderes Gut eingetauscht werden konnte, sondern auch deshalb gegeben und
genommen wurde, weil es im Austausch mit allen Gütern verwendet werden
konnte. Ein solches Gut war z.B. das Vieh, das Gebrauchsgut und Tauschgut
zugleich war. Ein solches allgemeines Tausohmittel wird Geld genannt. Wo sich
der Tauschverkehr solchen Geldes bedient, könnte man von Geldverkehr sprechen.
Doch wird diese Bezeichnung der weiteren Entwicklung Vorbehalten, bei der das
Geld seine Eigenschaft als Gebrauchsgut mehr und mehr verliert und lediglich
seine Fähigkeit, als Tauschmittel zu dienen, bestehen bleibt. Dann tritt zugleich
an Stelle der Naturalwirtschaft die Geldwirtschaft. Doch darf man sich das
Verhältnis von Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft nicht etwa so vorstellen,
daß die erstere (unzweifelhaft die ältere Wirtschaftsweise) nun mit einem
Schlage von der letzteren abgelöst worden wäre. Die Geldwirtschaft hat sich
langsam entwickelt, und lange Zeiten haben beide nebeneinander bestanden, wie
es heute noch Gegenden (und Gelegenheiten) gibt, wo sich Naturalverkehr und
Geldverkehr begegnen.
Die Geldwirtschaft ist die gegenwärtige Stufe der Verkehrswirtschaft in den
hauptsächlichsten Ländern der Welt. Sie wird dadurch gekennzeichnet, daß die
Wirtschaften jetzt Güter für die Bedürfnisse der Menschen schlechthin herstellen,
daß sie die Güter gegen Geld eintauschen und daß die an der Wirtschaft beteiligten
Personen einen Überschuß in Geld erzielen wollen, mit denen sie die Mittel für
die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse beschaffen. Man drückt dies auch so
aus, daß man sagt: die Wirtschaften stellen Güter für fremde Bedürfnisse her.
Zugleich wird der Tausch in einen Verkauf gegen Geld und einen Kauf gegen
Geld zerlegt. Insofern ist die Geldwirtschaft eine besondere Stufe der Tauschwirtschaft.
Mit dieser Geld Wirtschaft haben wir uns in den nächsten Abschnitten
noch eingehend zu beschäftigen. Hier müssen wir noch unsere Begriffserklärungen
vervollständigen und abschließen.
Diese Geldwirtschaft wird auch Erwerbswirtschaft genannt. Die Güterherstellung
erfolgt des Erwerbes wegen, d.h. damit die Menschen Geld erwerben,
mit dem sie die Güter für ihre eigenen Bedürfnisse beschaffen. Im Grunde liegt
auch beim eigentlichen Tausch, einerlei ob es sich um Gewalt, Raub, Geschenk
oder den eigentlichen Tausch handelt, ein Erwerb vor; es werden andere Güter
erworben. Danach wäre Verkehrswirtschaft gleichbedeutend mit Erwerbswirtschaft.
Da jedoch beim eigentlichen Tausch verkehr die Ergänzung durch andere
Güter nur eine geringere Rolle gespielt hat, und da sich ferner durch die Herausbildung
des Geldes (im eigentlichen Sinne) die Wirtschaftsweise geändert hat, ist
es zweckmäßig, erst bei der eigentlichen Geldwirtschaft von Erwerbswirtschaft zu
sprechen (das wäre dann Wirtschaft im C-Sinne, siehe oben S. 3). Doch tritt
hierbei eine neue Ausweitung des Begriffes Wirtschaft ein; denn nicht nur Wirtschaften
im eigentlichen Sinne (B) werden des Erwerbs wegen (in der Geldwirtschaft)
betrieben, sondern auch sonstige Tätigkeiten können (und müssen) des
Erwerbs wegen ausgeübt werden, wie z.B. aus unserem früheren Beispiel der Arzt,
der Artist und ferner die Beamten u.a.m. Wenn der Begriff: Erwerbswirtschaft