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Wesen und Bedeutung der Wirtschaftsbetriebe.
Wirtschaftseinheit; im letzteren Falle ist die Wirtschaftseinheit zwar ein einheitlicher
Wirtschaftsbetrieh, der aber nach der betrieblichen Seite in verschiedene
Teilbetriebe aufgelöst worden ist.
Das vierte Betriebsmerkmal ist die Wirtschaftlichkeit. Damit hat es folgende
Bewandtnis: Wir haben oben gesehen, daß sich das wirtschaftliche Prinzip im Betrieb
herausgebildet, entwickelt und vervollkommnet hat. Mit möglichst geringem
Aufwand (zum mindesten an Kräften und Arbeit) die zum Lebensunterhalt erforderlichen
Güter zu erlangen, wird sicherlich schon in primitiven Wirtschaftsbetrieben
ein gern befolgter Grundsatz gewesen sein. Natürlich ist es möglich,
daß unter bestimmten Verhältnissen dieser Grundsatz vernachlässigt werden
konnte, ohne daß sich Nachteile für den Wirtschaftsbetrieb daraus ergeben mußten
(Sklavenarbeit, Fruchtbarkeit der Südländer). Es ist ebenso sicher, daß auch
aus andern Gründen eine Vernachlässigung des wirtschaftlichen Prinzips hier und
dort Platz greifen konnte, so wenn mit einer gewissen Verschwendung eine spielerische
oder künstlerische Freude verknüpft war (Handwerker des Mittelalters).
In dem neuzeitlichen Wirtschaftshetrieb zwingen hingegen der Wettbewerb und
die Natur der Erwerbswirtsohaft zur möglichst vollkommenen Anwendung des
wirtschaftlichen Prinzips gerade im Betrieb. Es gilt, sowohl die Einrichtungen
des Betriebes, als auch die Verfahren so zu gestalten, daß die Güterherstellung
aufs beste vor sich gehen kann. Das erfordert schnellste und richtige Erkenntnis
des Wirtsohaftlichkeitsgrades (Messung der Wirtschaftlichkeit). Durch die Gestaltung
des Aufwandes — Kosten — steht überdies die Wirtschaftlichkeit des
Betriebes in enger Beziehung zur Rentabilitätsberechnung, zur Wirtschaftlichkeit
der Unternehmung.
Ein letzter Gesichtspunkt ist noch hervorzuhehen, der zugleich dazu dienen soll, einen
oben abgebrochenen Gedankengang zu Ende zu führen. Es ist dort auf die Gefahr hingewiesen
worden, die darin liegt, daß das Gewinnstreben, das zum Wesen der kapitalistischen Unternehmung
gehört, so auf den Wirtschafter abfärben kann, daß dieser zum bloßen Geldverdiener
herabsinkt und dementsprechend die Größen seiner Kapitalrechnung zu beeinflussen sucht.
Durch die Ausführungen über den Betrieb und seinen Inhalt dürfte jetzt klar geworden sein,
daß der Wirtschafter nicht bloß Vollzieher der kapitalistischen Unternehmung, sondern zugleich
Gestalter und Leiter seines Betriebes ist. In dieser seiner Eigenschaft empfindet
er Ereude an seiner Arbeit, an der Formung seines Werkes wie an den Gütern, die er in seinem
Betriebe herstellt. Er lebt in der Organisation seines Betriebes, arbeitet an dessen Vollendung
und Vergrößerung (für die er die Überschüsse seiner Unternehmung verwendet). Er empfindet
Genugtuung darüber, daß er sich im Wettbewerb mit seinen Mitbewerbern durchsetzt, daß
seine Güter bei den Abnehmern Anklang finden. Er ist stolz auf das Ansehen, das er sich bei
seinen Mitarbeitern sowie in der Öffentlichkeit und bei seinen Mitbürgern verschafft —
alles dieses ist etwas anderes als bloßes Geld verdienen. Der Betrieb bietet somit ein gutes
Gegengewicht gegenüber dem Gewinnstreben, das dem Wirtschafter durch die Verfassung der
Gesamtwirtsohaft aufgezwungen wird.
3. Der Wirtschaftsbetrieb. Nachdem wir gesehen haben, was die Wirtschaft
ist und was sie bedeutet, sowie, was unter Betrieb zu verstehen ist, ist es nunmehr
erforderlich, die Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse vorzunehmen.
Wir haben betont, daß Wirtschaft und Betrieb zwei verschiedene Seiten einer
und derselben Sache sind, der Münze vergleichbar, die auf der einen Seite das
Hoheitszeichen, auf der anderen Seite die Angabe über ihren Wert trägt. Die
gemeinsame Sache (die Münze) ist der Wirtschaftsbetrieb, von dem wir ausgegangen
sind und dessen beide Seiten wir jetzt kennengelemt haben. In dem
nachfolgenden Schaubild sollen die Ergebnisse nochmals bildlich zum Ausdruck
gebracht werden (siehe nebenstehendes Schaubild).
Aus dem Schaubild ist zu ersehen: W B ist der Wirtschaftsbetrieb schlechthin.
Wie die Wirtschaft W ewig ist, so auch der Betrieb B. Keines ist ohne das andere
denkbar: solange die Menschen Bedürfnisse haben und ihnen kein neues Paradies