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Wesen und Bedeutung der Wirtschaftsbetriebe.
einer solchen besteht, die besonderer Art ist nnd sich durch ihre Art von der sonstigen
Tätigkeit scharf abhebt. Dieser besondere Teil der ■wirtschaftsbetrieblichen
Tätigkeit wird durch die Technik bedingt, die in den Betrieben weitgehend Anwendung
findet. Das Wort Technik wird in einem engeren und einem weiteren
Sinne gebraucht. Im engeren — eigenthohen — Sinne ist unter Technik zu verstehen
: die Verwendung von Naturstoffen und -kräften zur Herstellung von Dingen
aller Art. In den Wirtschaftsbetrieben sind es die Güter, die mit Hilfe dieser
Technik hergestellt werden. Diese technische Tätigkeit ist naturwissenschaftlich
begründet und unterhegt ebensolchen Gesetzmäßigkeiten (vgl. IV). In einem
weiteren — abgeleiteten — Sinne spricht man von Technik, wenn man an die
Verfahrensweise denkt, die angewendet wird, um einen bestimmten Zweck zu
verwirklichen. So spricht man von einer Technik der Malerei, Technik der Buchhaltung,
Technik des Geld-, Bank- und Börsenwesens, von Technik der Wirtschaft.
Dann wäre Wirtschaftstechnik das Verfahren, wie die Wirtschaftstätigkeit
ausgeübt wird, also weitgehend übereinstimmend mit dem Begriff Betrieb.
Das Hauptanwendungsgebiet der Technik im engeren (eigentlichen) Sinne ist
der Industriebetrieb, der es mit der Be- und Verarbeitung von Stoffen und Gütern
(siehe B II2) zu tun hat. Die Stätte, wo sich diese technische Tätigkeit abspielt,
springt nicht nur räumlich in die Augen, sondern ist meist von solch überragender
Bedeutung für den gesamten Wirtschaftsbetrieb, daß man es verstehen kann,
daß insbesondere die Techniker diesen Teil des Wirtschaftsbetriebes, die Werkstatt,
das Werk, die Fabrik, die Baustelle als Betrieb schlechthin bezeichnen. In
diesem Sinne wäre also Betrieb der technische Teil des Wirtschaftsbetriebes. Mit
diesem Betrieb (im engsten Sinne) hat es die Betriebswissenschaft zu tun: sie umfaßt
also den technischen Teil des Wirtschaftsbetriebes (freilich nimmt sie hier
und dort den Namen Betriebswirtschaftslehre an, obwohl sich an ihrem Inhalt
nichts geändert hat). Betrieb im Sinne (und in der Sprache) der Techniker ist also
der technische Teil des Wirtschaftsbetriebes — das ist festzuhalten, wenn man Mißverständnissen
aus dem Wege gehen will.
Denn es ist klar, daß außer dem technischen Teil des Wirtschaftsbetriebes
noch ein — sagen wir mal (solange wir eine andere Bezeichnung nicht gefunden
haben) — nicht-technischer Teil vorhanden sein muß. Doch wie soll die Bezeichnung
lauten ? Sombart will zwischen Werkbetrieb, also dem technischen Teil,
und dem Wirtschaftsbetrieb als dem wirtschaftlichen Teil unterscheiden; dann
wäre der Wirtschaftsbetrieb der nicht-technische Teil der Wirtschaft. Als Oberbegriff
müßte dann Betrieb gesagt werden, der in einen Wirtschaftsbetrieb
und einen Werkbetrieb zerfiele. So sehr diese Aufteilung und Benennung: Werkbetrieb
gleich Technik (Betriebswissenschaft) und Wirtschaftsbetrieb diesem
Buche entsprechen würde (vgl. D): Wirtschaftsbetrieb als den nichttechnischen
Teil (eines nicht vorhandenen) Oberbegriffes, so ist es doch notwendig zu sagen,
daß der Begriff Wirtschaftsbetrieb eigentlich Betrieb der Wirtschaft zu bedeuten
hat, und daß in dem Begriff Wirtschaft, also damit auch in dem Begriff Wirtschaftsbetrieb,
die technische Herstellung mit enthalten ist.
Wir erhalten also folgendes Bild:
Wirtschaftsbetrieb (I)
Betrieb
B
Wirtschaft
W
a) Technik (Werkbetrieb)
b) ? (Wirtsohaftsbetrieb II)
Hiernach gibt es einen weiteren (I) und einen engeren Begriff (II) des Wirtschaftsbetriebes.
Man kommt aus den Schwierigkeiten heraus, wenn man nach einem
alten Sprachgebrauch verfährt und den nicht-technischen Teil der Wirtschafts