Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die betriebliche Personal Verfassung. 
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eine zunächst vorsichtige Handhabung. Aber auch die völlige Umstellung der 
Anschauungen, die das Gesetz im Gegensatz zu den früheren Auffassungen vom 
Betriebsleben von allen Beteiligten verlangt, lassen dies zunächst ratsam er 
scheinen, besonders aber so lange, als die notwendige Erziehungsarbeit an allen 
Betriebsangehörigen noch nicht wirksam werden konnte. 
e) Die Erziehung und die Auswirkung in der Zukunft. Nach der 
übereinstimmenden Ansicht sowohl der Schöpfer des Gesetzes und der national 
sozialistischen Führer als auch der in den Betrieben tätigen Unternehmer, Ar 
beiter und Angestellten ist das Gesetz nur ein äußerer Rahmen und eine An 
weisung für die Gesinnung, nach der im nationalsozialistischen Staat die Betriebs 
gemeinschaft erzielt werden soll. Daraus folgt aber, daß die Betriebsangehörigen 
zu dieser Gesinnung erst erzogen werden müssen. „Die Erziehungsarbeit an wirt 
schaftenden Menschen, die im Kampf um die Existenz stehen, bedarf jedenfalls 
noch sehr großer Anstrengungen und einer sehr langen Zeit“. (Mansfeld, Kom 
mentar, S. 15.) 
Das Gesetz stützt sich auf eine Annahme, auf die Annahme nämlich, daß eine 
Betriebsgemeinschafb im vorgesehenen Umfang bereits vorhanden sei. Diese An 
nahme trifft jedoch wohl nur in den seltensten Fällen zu; in der überwiegenden 
Mehrzahl muß in den Betrieben der Sinn und das Gefühl für die großen und 
befreienden Ziele des Gesetzes erst geschaffen werden. Es erhebt sich darum die 
Frage, wie und von welchen Stellen diese Erziehungsarbeit, die sehr ins einzelne 
gehen muß, geleistet werden soll. 
Als einheitliche Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen mit der ausdrück 
lichen Aufgabe der Erziehung am arbeitenden Menschen besteht die Deutsche 
Arbeitsfront; diese ist in erster Linie berufen, erzieherisch im Sinne des AOG. zu 
wirken. Besonders heikel ist dabei die Frage der Erzieher. Man wird im wesent 
lichen auf die Selbsterziehung vor allem der leitenden Betriebsangestellten zurück 
greifen müssen, da es doch sehr schwierig ist, eine größere Zahl geeigneter 
Personen zu finden, die neben der weltanschaulichen Zielsetzung und dem 
sozialen Ernst noch über die nötige Wirtschaftskenntnis und langjährige Er 
fahrung verfügen. Gerade die letzten Fähigkeiten sind aber bei der Durch 
führung der im AOG. vorgesehenen Ziele unentbehrlich; denn es sollen durch die 
Betriebsgemeinschaft die allgemeinen Betriebszwecke zum gemeinen Nutzen von 
Volk und Staat gefördert werden. 
Es ist daher verständlich, daß der Führer der DAF., Dr. Ley, immer wieder 
— und mit Erfolg — auf die Notwendigkeit des Eintritts von Unternehmern und 
höheren Angestellten in die DAF. hinweist. In der DAF. soll nach einem Wort 
Dr. Leys die Betriebsgemeinschaft praktisch geübt werden, was selbstverständlich 
nicht ohne die Teilnahme der mit betrieblicher Befehlsgewalt ausgestatteten Per 
sonen möglich ist. Besondere Schwierigkeiten bestehen bei der Erziehung älterer, 
langj ährig erfahrener und erprobter Betriebsführer zu einer echten, nicht irgend 
wie erzwungenen Betriebsgemeinschaft. 
Die Frage der Erziehung, die nicht verwechselt werden darf mit der fachlichen 
Schulung und Ausbildung, ist gerade deshalb so schwer zu umreißen, weil es sich 
um eine, den ganzen Menschen umfassende weltanschauliche Beeinflussung handelt. 
Für den politischen Bereich stehen in den vielfachen Gliederungen der national 
sozialistischen Partei (SA,, SS., HJ., BDM., NSDStB., Jungvolk u. a.) erprobte 
Schulungsgemeinschaften zur Verfügung, welche von zukünftigen Betriebsführern 
und Betriebsangehörigen in absehbarer Zeit wohl vollständig durchlaufen werden. 
Ob allerdings diese politische Gemeinschaftsschulung auch für die harte Wirklich 
keit der Betriebsgemeinschaft genügen wird, muß erst erprobt werden. Von der 
DAF. ist daher auch schon der Versuch der Einrichtung einer besonderen Betriebs
	        
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