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Die Organisation.
sator schaltet gleichsam ein Sieb mit einer bestimmten Loehweite vor, welches
lediglich das seinen Absichten oder Wünschen Entsprechende überhaupt einläßt
oder aber — sofern es sich im Betriebsablauf bereits befindet — wieder ausschaltet.
Dieses Sieb wird dargestellt durch Eignungs- und Gütefestlegungen und Prü
fungen, durch Einstellungs- und Lieferbedingungen, Verhaltungsmaßregeln und
sonstige Bestimmungen, Richtlinien, Normen, Verbote, Beaufsichtigungen, Kon
trollen u. ä. Auch hierbei ergeben sich jedoch eine Reihe von Schwierigkeiten, die
nicht selten die Vorzüge zunichte machen oder die praktische Durchführung ver
hindern. Sie liegen in der Unzulänglichkeit des unmittelbaren Erkenntnisver
mögens, das nicht immer imstande ist, die jeweils gewünschten Eigenschaften
genau zu erfassen. Der praktische Ausweg ist auch hier die Auswahl nach re
präsentativen Merkmalen 1 , die für die eigentlichen, als brauchbar und notwendig
erkannten, gesetzt werden und somit ein Verfahren der mittelbaren Auswahl er
geben, das aber besonders bei der Aussonderung von Personen zu erheblichen
Fehlerquellen führen und vielfach eine völlige Ablehnung zur Folge haben kann.
Dabei kann der Wirtschaftsbetrieb zwar eine, seinen Anforderungen entsprechende,
der Praxis mehr oder minder angepaßte Untersuchungsreihe aufbauen; ihr Wert
ist aber weitgehend von dem Geschick des Untersuchungsleiters abhängig.
2. Die Vorauslese. Es ist natürlich nicht erforderlich und auch nicht möglich, im Rah
men dieser Darstellung eine eingehende Erläuterung aller Auslesefragen zu geben oder auch
nur eine einigermaßen vollständige Zusammenstellung des darüber vorliegenden Schrifttums,
das besonders auf dem Gebiet der Eignung und Eignungsprüfung von Personen und Mitteln
bereits eine eigene, recht umfangreiche Wissenschaft darstellt, zu bringen. Hier kann es sich
nur um den Versuch einer zweckgerechten Einschaltung in das System der betrieblichen Or
ganisation handeln.
Die Vorauslese ist eine Verbindung von negativer und positiver Auswahl, wo
bei jedoch dem Wirtschaftsbetrieb selbst vorwiegend die erstere Vorbehalten ist.
Beim Personal wird zunächst ein Stamm von Mindestleistungsfähigen, etwa
durch die Beurteilung auf Grund der Schulzeugnisse, gesichert 1 2 . In Verbindung
mit öffentlichen Stellen der Berufsberatung und Arbeitsvermittlungsämtern ist eine
Auslese vor Beginn des Eintritts in die Lehre gefordert und auch hin und wieder
mit wechselndem Erfolg durchgeführt worden 3 . Der Hauptwert liegt allerdings
weniger in einer Berufsauswahl als in einer zweckentsprechenden, sachkundigen
und unbeeinflußten Beratung der Eltern und angehenden Lehrlinge. Durch Be
darfsankündigungen — Anschläge, Zeitungsanzeigen, Meldungen an Nachweise
und Agenten usw. — wird der Anreiz zum freiwilligen Angebot von geeigneten und
willigen Dienstleistungen gefördert. Als besonderes Merkmal positiver Auslese
ist zum Beispiel die Aufnahme nur ortsansässiger Arbeiter oder die Bekanntgabe
an bestimmte Personen — etwa die eigene Belegschaft durch Anschläge im Werk—
oder einen nach sonstigen örtlichen oder sachlichen Gesichtspunkten ausgewählten
Kreis zu betrachten.
Die Bewertung ist je nach der Verwendungsabsicht verschieden: für Hand
werker im allgemeinen wird ein gutes Volksschulzeugnis höher bewertet als etwa
das Zeugnis der mittleren Reife oder ein sonstiges Abgangszeugnis höherer Art 4 ,
für die technisch-kaufmännische Lehre wird dagegen die mittlere Reife bevorzugt,
während in großen Industriewerken 5 als kaufmännische Lehrlinge vorwiegend
Abiturienten eingestellt werden. Im einzelnen ist das Wertungsgewioht der Schul
zeugnisse verschieden; sie bilden nur selten und nie in großem Umfange einen allei
1 Bogdanow: B.II, S. 173.
2 Schindler: S. 21/22.
3 Siehe Schindler und G.d.A.: Die kommende Angestelltengeneration, S. 118 ff.
4 RKW-Veröff. Nr. 87, S. 84, 104, 152.
5 Zum Beispiel die Bosch A.-G.