Die Ordnung als organisatorisches Verfahren.
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trieben erscheinen, diese so selbstverständlichen Tatsachen hier anzuführen, doch
zeigt eine nähere Überlegung, daß für die Wirtschaftsbetriebe diese in Jahr
tausenden gewachsene Ordnung keineswegs vollkommen und selbstverständ
lich ist.
Die internationalen Bestrebungen einer Kalenderreform 1 haben das Ziel, einerseits die
Wooheneinteilung in besserer Weise mit der Jahresrechnung und andererseits die einzelnen
Kalender (julianisch, gregorianisch) untereinander in Übereinstimmung zu bringen, feste
Feiertage national und international zu vereinbaren, einheitliche Monate zu schaffen usw.;
besonders für eine Verfeinerung des Rechnungswesens (Kalkulation und Statistik) und die
Vorausplanung von Arbeiten ist eine Einheitlichkeit sehr erwünscht, ganz abgesehen von den
Vorteilen im Wechsel- und Geldleihverkehr. Auch die Versuche, eine Einheitssprache zu
bilden (Esperanto), haben einen gewissen Reiz für den Wirtschaftsbetrieb und gehen vor
wiegend auf wirtschaftliche Anregungen zurück. Sogar die Alphabete sind ja bisher keineswegs
einheitlich, nicht einmal innerhalb eines Landes (z. B. Jugoslawien: kyrillisch und lateinisch)
und selbst in Deutschland sind noch zwei Schriftarten (gotisch und lateinisch) in Gebrauch,
was für den Schriftverkehr mit dem Ausland immerhin von Bedeutung ist und gelegentlich
auch der Büromaschinenindustrie Sorge macht.
2. Ordnungsarten. Nach den Bestimmungsgründen der Ordnung sind vielfach
einzelne Ordnungsarten unterschieden worden: die Simultan- oder räumliche Ord
nung, in der die sachlich-ähnlichen Elemente gleichzeitig im räumlichen Neben
einander auftreten, und die Sukzessiv- oder zeitliche Ordnung, die ein zeitliches
Nacheinander bedingt 1 2 . Theoretisch besserund auch praktisch brauchbarerist die
der analysierenden und synthetischen Ordnung, welche von der Trennung der un
veränderlichen und veränderlichen Eigenarten einer Gattung von Elementen aus
geht und so zu Ober- und Unterbegriffen führt 3 . Als wissenschaftliche Verfahren
der Systematisierung sind die letzteren seit langem bekannt und werden zur Schaf
fung von besonderen Übersichten in der Vielgestaltigkeit der Mittel, Verfahren
und der Gestaltung auch im Wirtschaftsbetrieb zunehmend verwendet. Als Bei
spiel seien zwei Übersichten über Buchungsmaschinen gezeigt (siehe Tab. S. 134).
Nach der Art der Zusammenstellung nach Zeit und Raum sind Schaltung und
Reihung unterschieden und in nicht ganz richtiger Erkenntnis ihrer grundlegenden
Eigenart als Ordnungsmethoden bezeichnet worden 4 . Das Kennzeichen der Rei
hung ist einmal die unmittelbare Aufeinanderfolge nach einer bestimmten Ge
setzmäßigkeit (z. B. der Entfernung untereinander oder voneinander) und ferner
die völlige Gleichartigkeit des Ordnungsmerkmals für diese Reihe (Ordnung), also
entweder der Größe (Länge, Durchmesser, Fläche usw.) oder der Farbe, der Ge
stalt (Kugel, Würfel usw.), des Stoffes (Eisen, Kupfer), des Gewichts. Fehlt die
Gleichartigkeit der Glieder, so besteht zwar eine Reihe, welche eine gewisse zeit
liche oder räumliche Ordnung darstellt, jedoch innerhalb dieser Reihe herrscht
keine Ordnung; diese Ordnung muß dann vielmehr erst durch Gruppierung nach
einem besonderen gemeinsamen Merkmal hergestellt werden. Bei der Schaltung
ist es ähnlich: zwar besteht eine Ordnung innerhalb der einzelnen Gruppen, diesen
Gruppen jedoch fehlt der zeitliche oder räumliche Zusammenhang. Daher können
weder die Reihung noch die Schaltung allein Ordnung schaffen; sie sind lediglich
besondere Arten der Zueinanderstellung 5 . Wenn festgestellt worden ist, daß die
1 Für die ein Studienausschuß beim Völkerbund besteht.
2 U. ä. le Coutre-Thoms: Organisationslexikon, S. 327.
3 Schmaltz: S. 8—18.
4 Rohwald in Maier-Rothschild: Kaufmannspraxis. S. 747ff. Berlin 1917. —
le Coutre-Thoms: Organisationslexikon, S. 328; ferner S. 96)97 und Handwörterbuch der
Betriebsw., Bd. 4, S. 222/23.
5 Die Bezeichnungen „Reihung“ und „Schaltung“ sind — offenbar von Roh wal d geprägt
■— als Wortfetisohe stark im Schwange; im Interesse einer Klarstellung des Begriffs Ordnung
mußten sie hier eingehender behandelt werden, da sie leicht Mißverständnisse hervorrufen
können.