150 Die Organisation.
Also etwa: Einkauf Ä, Einkauf B, Einkauf C, Lagerung A, Lagerung B ..
Verkauf A . . . usw.
Tatsächlich wird bei der praktischen Organisation zwar weitgehend so ver
fahren, aber doch mit erheblichen Einschränkungen, die sich nach dem jeweiligen
Betrieb und vor allem nach der zu zergliedernden Aufgabe richten. So wird zum
Beispiel beim Einkauf gleichartiger oder sehr ähnlicher Stoffe das Objektprinzip
nicht bis zur letzten Möglichkeit durchgeführt, sondern zur Verfeinerung der
Gliederung vielleicht andere Merkmale angewendet, etwa die Arbeitsverrichtung
oder die einkaufende Person u. ä. Ebenso sind auch die vorwiegend geistig be
stimmten Betriebsaufgaben einer weitgehenden Zergliederung wenig zugänglich.
Andererseits aber kann der Verkauf einzelner Objekte nach ihrer Natur durchaus
verschiedenartige Verrichtungen bedingen und somit eine Unterteilung nach Ob
jekten bis zum letzten Handgriff rechtfertigen; oder aber die Aufgabe — etwa
die Verkaufshandlung — kann bei gleichem Objekt verschieden erledigt werden,
wobei oft Geringfügigkeiten entscheidend sind. Das Einzelhandelsinstitut der
Universität Köln hat gerade auf diesem Gebiet Arbeiten durchgeführt, die gute
Erkenntnisse der Einzelheiten vermitteln, aber doch auch zeigen, daß Gesetz
mäßigkeiten hinsichtlich der Gliederungsmerkmale kaum zu erkennen sind 1 .
Die Gliederungen nach Objekten und Verrichtungen sind häufig miteinander in
der Weise verbunden, daß eine Weiterführung und Verdeutlichung des einen mit
Hilfe des andern Merkmals vorgenommen wird. Eine sachliche Klärung der Auf
gaben kann eben nur in der einen oder anderen Richtung erfolgen, weil jede Auf
gabe durch ihr Objekt und die zugehörige Verrichtung vollständig und endgültig
bestimmt ist. Das bedeutet, daß die sachliche Gliederung nach Objekten und Ver
richtungen für die ausführenden Stellen größte Sachkenntnis und Erfahrung ver
bürgt; sind die einzelnen Objekte sehr verschieden, so überwiegt das Objekt
prinzip, sind die Verrichtungen verschieden, so wird das Verrichtungsprinzip vor
gezogen. Für die vertriebliche Aufgabe, die zwar insofern grundsätzlich verschie
den ist von den übrigen (Einkauf, Fertigung usw.), als sie sich nicht vorwiegend
mit körperlichen Dingen, sondern mit der Beeinflussung völlig unabhängiger
Menschen befaßt, gelten doch überwiegend die gleichen Überlegungen 1 2 .
So wird etwa gegliedert in 3 (s. Schaubild auf S. 151):
Für Zwischenschaltungen können außer dem Objekt und der Verrichtung
andere Merkmale üblich und zweckmäßig sein. Doch ist es sehr ungewiß, ob, wie
esNordsieck anzunehmen scheint, die Art der Gliederung nach dem einen oder
anderen Merkmal einen Zusammenhang mit der Gliederungsstufe aufweist. Be
kanntlich sind sowohl die ersten als auch die letzten Gliederungsstufen nach Ver
richtungen unterteilt, wie die nachfolgenden Beispiele klarlegen 4 :
Schema A:
1. Stufe; Wirtschaftsaufgaben — Verwaltungsaufgaben.
2. Stufe: Beschaffung —Lagerung —Bearbeitung •—Absatz.
3. Stufe: Absatz Vorbereitung —Werbung —Verkauf.
6. Stufe: Warenforschung — Marktforschung.
6. Stufe: laufende Marktforschung — Forschung im Hinblick auf Filialgründung.
7. Stufe: Gebietsforschung—Verbraucherforschung —Konkurrenzforschung.
8. Stufe: Verbrauohergewohnheiten — Bedarfsriohtung — Bedarfsmenge — Kaufkraft.
Hier sind die ersten Stufen (I—4) nach dem Merkmal der Verrichtung, die letzten (5—8)
nach dem Merkmal des Objekts gegliedert.
1 Siehe etwa das Spaltungsschaubild des Ablaufs bei der Kundenbedienung bei Nord-
sieck, S. 103 oder umfassender bei Seyffert: Handb. d. Einzelhandels, S. 492/93.
2 Koch: Die Organisation des industriellen Vertriebs. Betr.-Wirtsch. H. 9 (1932), S. 212.
3 Nach Koch: S. 214/16.
4 In abgeänderter und ergänzter Form aus dem Schaubüd la aus Seyffert, Handb.
d. Einzelhandels, S. 232/33.