Die Aufgabengliederung.
153
wie „konstruktive“, „Fortschritts“- und „kaufmännische“ Arbeiten. Die weitere
Unterteilung geht dann allerdings vollkommen eindeutig nach Verrichtungen vor
sich.
Die Gliederung nach der Verrichtung geht vielfach außerordentlich weit, da
nicht nur die Gliederung der Aufgaben in einzelne Arbeitsvorgänge, sondern auch
die Zerlegung der Arbeit selbst hierher zu rechnen ist. Dies gilt besonders für die
technischen Werkstätten. Obwohl organisatorisch von höchster Bedeutung, kann
doch an dieser Stelle eine nähere Darlegung nicht gebracht werden 1 . In Büro-
hetriehen geht die Aufspaltung nicht so weit, und es ist zweifelhaft, ob sie überhaupt
in diesem Bereich so weit durchführbar ist. Eine Systematisierung und eingehende
Untersuchung der gesamten Verwaltungsarbeiten ist bisher noch nicht bekannt
geworden; lediglich über das Schreiben und Rechnen Hegen Ansätze vor 1 2 . Doch
auch diese theoretischen Erörterungen über die Gliederung der Büroarbeit sind
nur als erste Versuche zu werten; sie zeigen aber immerhin, daß hier noch frucht
bare Arbeit zu leisten ist, da vor allem aus diesen Überlegungen eine etwas größere
Klarheit zu entstehen verspricht, bei welcher Art von Arbeiten die Benutzung
von besonderen Geräten und Maschinen nutzbringend sein kann oder nicht. Als
ein Beispiel sei das von Weiß gegebene Schema — verkürzt — angeführt.
GUederung der Schreib- und Rechenarbeiten:
10 Schreibarbeit,
100 Einmalige Schreibarbeit,
1000 mit Hand,
1001 mit Schreibmaschine,
101 sich gleichartig wiederholende Schreibarbeit,
1010 sich einmalig wiederholende, gleichartige Schreibarbeit,
1011 häufig wiederkehrende, gleichartige Schreibarbeit.
11 Vervielfältigungsarbeit.
12 Rechenarbeit,
120 Vorrechenarbeit,
1200 Rechnen auf Streifen,
1201 bei Abgabe der Rechnungsstreifen an andere Abteilungen,
1202 Aufstellung von Listen usw. mit einer Rechenkolonne,
1203 Aufstellung von Listen usw. mit mehreren getrennt zu bearbeitenden
Kolonnen.
1204 Reohenarbeit in mehreren Kolonnen,
1205 Mehrere Durchschlage,
1206 Nicht-Rechnen, aber Schreiben,
1207 Rechnen, aber Nicht-Sohreiben,
121 Nachrechenarbeit,
1210 Nachrechnen •— betriebs- bzw. abteilungsfremde Arbeiten,
1211 Naohrechnen der Arbeiten der eigenen Abteilung,
122 Kombinierte Textschreib- und Rechenarbeit,
1220 Verwendung von Zifferntext,
1221 Verwendung von Symboltext,
1222 Verwendung von Textworten.
Die einzelnen Abschnitte sind zum Teil noch sehr stark, meist nach den Ar
beitsmitteln, unterteilt.
Dieser Grad der Arbeitsgliederung (Hellpach nennt ihn Arbeitszerstückelung) 3
macht allerdings eine sehr feine Beobachtung des Ineinandergreifens erforderlich
(auf die im nächsten Abschnitt noch eingegangen wird).
1 Es soll nur auf das entsprechende Schrifttum verwiesen werden. Für den technischen
Bereich sind zu nennen: Refa-Buch, Einführung in die Arbeitszeitermittlung, Berlin 1928;
Grundlagen für Arbeitsvorbereitung, Zeitstudien, Berlin 1929. Für den gesamtorganisatori-
schen Bereich hat m. W. Nordsieck zum ersten und bisher einzigen Male brauchbare Vor
schläge entwickelt.
2 So bei Prelinger, le Coutre-Thoms, und Weiß, und ein Aufsatz: Arbeitstypen des
Verwaltungsbetriebes. Z. f. O., H. 13 (1930) S. 343.
8 Hellpach: Zur Arbeits-und Betriebsteilung.