Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die  Vergleichung.

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Aus  diesen  Verbandsberichten  kann  z.B.  das  Mitglied  ersehen,  mit  welchen  Unkosten
(z.B.  für  Vertrieb,  Kraft,  Gehälter,  Zinsen,  Löhne  usw.)  andere  Betriebe  des  gleichen  Wirtschaftszweiges ­
  arbeiten,  welche  Umsätze,  Preise,  Aufträge  sie  erzielen  u.  a.  m.  Ein  Vergleich
mit  den  einzelnen  Zahlen  zeigt  dann,  wie  weit  der  eigene  Betrieb  über  oder  unter  dem  Durchschnitt ­
  geblieben,  an  welcher  Stelle  er  leistungsfähig,  an  welcher  Stelle  er  schwach  ist.  Dieser
Vergleich  ist  natürlich  für  die  zukünftige  Betriebspolitik  von  Wert,  da  er  zeigen  kann,  wo
Verbesserungsmaßnahmen  anzusetzen  sind,  wie  die  zukünftige  Beschäftigung  sich  gestalten
wird  usw.  (Weiteres  siehe  4:  der  Betriebsvergleich).
3.  Die  Kennziffer.  Die  Rechnungen:  Buchhaltung  und  Kostenrechnung  liefern
je  nach  Art  und  Größe  des  Betriebs  ein  mehr  oder  weniger  umfangreiches  Zifferngebilde, ­
  das  zu  statistischen  Vergleichen  benutzt  oder  ausgestaltet  werden  kann.
Darüber  hinaus  lassen  die  nach  Art  und  Menge  zahlreichen  Vorgänge  eine  selbständige ­
  statistische  Bearbeitung  und  Aufbereitung  zu,  so  daß  die  Betriebsstatistik ­
  leicht  einen  beträchtlichen  Umfang  in  der  Betriebstätigkeit  annehmen
kann.  Es  besteht  sogar  die  Gefahr,  daß  die  statistischen  Arbeiten  ihre  eigentliche
Aufgabe,  der  Anordnung  und  Kontrolle  der  Wirtschaftlichkeit  zu  dienen,  vergessen ­
  und  sich  zu  einer  Art  eigenen  Betriebs  entwickeln,  der  nicht  mehr  dient,
sondern  um  seiner  selbst  willen  betrieben  wird  (und  viel  Kosten  erfordert);  vor
allem  aber:  die  zahlreichen  statistischen  „Ergebnisse“  werden  nicht  mehr  ausgewertet, ­
  sie  haben  ihren  Zweck  verfehlt.
Aber  auch  dort,  wo  eine  systematische  Statistik  sinnvoll  dem  Betriebsganzen
eingeordnet  ist,  erwacht  bald  das  Bestreben,  aus  der  Eülle  der  vielen  einzelnen
Ergebnisse  den  einzelnen  Betrieb  kennzeichnende  Ziffern  zu  erhalten,  die  sozusagen ­
  die  wichtigsten  Ergebnisse  der  Statistik  auf  einen  Nenner  bringen.  Sie  werden ­
  gewonnen,  indem  die  entscheidenden  Ziffern  zu  besonderen  Merkmalen  des
Betriebs  in  Beziehung  gebracht  werden  und  sind  unter  der  Bezeichnung:  Kennziffern ­
  bekannt  geworden.  Als  Hauptgebiete  der  betrieblichen  Tätigkeit  zeigen  sich
Umsatz,  Fertigung  und  Dienstleistung  (Verkehr);  es  ist  deshalb  natürlich,  daß  auf
diesen  Größen  die  Kennziffern  in  überwiegender  Mehrheit  aufbauen  und  zwar
wiederum  je  nach  dem  betrieblichen  Schwergewicht  beim  Handel  auf  Umsatzzahlen ­
  und  in  der  Industrie  auf  Erzeugungsziffern;  bei  den  Verkehrsbetrieben
ergeben  sich  sinngemäß  Leistungsziffem  (Tonnenkilometer  je  Stunde).  Diese
Kennziffern  dienen  der  Messung  der  Wirtschaftlichkeit;  in  ihnen  kommt  der  Versuch ­
  zum  Ausdruck,  statt  vieler  statistischer  Ergebnisse  und  Vergleichungen  einen
einheitlichen  und  einzigen  Maßstab  für  die  Wirtschaftlichkeit  zu  finden.
Am  frühesten  wurden  die  Wirtschaftlichkeitsziffern  von  den  Warenhäusern
verwendet,  um  einen  Vergleich  zwischen  den  einzelnen  Abteilungen  und  einzelnen
Zeitabschnitten  zu  ermöglichen,  der  hier  bei  den  hohen  Kapitalien  und  den  beträchtlichen ­
  Umsätzen  besonders  notwendig  war.  So  kam  man  zu  den  Zahlen  des
Umsatzes  je  beschäftigte  oder  je  Verkaufsperson  und  des  Verhältnisses  von  Umsatz ­
  zu  Einkauf  und  man  setzte  für  diese  Ziffern  Limite  (Kredit)  fest.  Mit  der
Ausdehnung  des  Eilialsystems  standen  dann  immer  mehr  gleichartige  Betriebe  zur
Verfügung;  mehr  und  mehr  konnten  die  Zufallsumstände  der  einzelnen  Beriohtsstelle
  ausgemerzt  und  die  Kennziffern  verfeinert  werden.  Auf  diese  Weise  wurde
die  Auslese  der  Abteilungs-  und  Filialleiter  nach  der  Leistung  ermöglicht  und  zugleich ­
  die  Grundlage  für  eine  wirksame  Gewinnbeteiligung  geschaffen.
Allmählich  erkannte  der  gesamte  Handel  die  Bedeutung  von  Kennziffern.
Besonders  im  Einzelhandel  wurden  durch  die  Forschungsstelle  für  den  Handel  und
das  Institut  für  Konjunkturforschung,  besonders  auch  für  die  Zwecke  der  Wirtschaftsenquete, ­
  Umsatzzahlen  für  den  Kopf  der  Beschäftigten  sowie  Kennziffern
für  die  Unkostengestaltung  aus  Angaben  der  Praxis  berechnet.  Dieseergabenz.B.,
daß  die  Betriebsgröße  innerhalb  dieses  Wirtschaftszweiges  durchaus  nicht  die
Bedeutung  für  die  letztere  Kennziffer  hatte,  die  man  ihr  vorher  beizulegen  pflegte.
            
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