Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Wirtschaftlichkeit.

und  Ereignissen  zu  tun,  während  die  äußere  Betriebs-  Statistik  sich  mit  j  enen  volkswirtschaftlichen ­
  Tatbeständen  befaßt,  die  für  den  Wirtschaftsbetrieb  (oder  Geschäftszweig) ­
  von  Bedeutung  sind.
Die  Innenstatistik  ist  zuerst  in  größerem  Umfang  in  den  Warenhausbetrieben
angewandt  worden,  z.B.  als  Statistik  der  Verkäufe  (Menge,  Art,  Preis  auf  den
Kopf  des  Personals  u.  a.  m.).  Sie  hat  dann  mit  dem  Wachsen  der  Betriebe,  Entstehen ­
  der  Großunternehmungen,  Konzerne  und  Trusts  auch  in  der  Industrie
ihren  Einzug  gehalten.  Hier  zeigte  es  sich  bald,  daß  eine  geordnete  Betriebsstatistik, ­
  die  dem  Leiter  täglich  in  Zahlen  oder  Diagrammen  ein  Abbild  des  Betriebes ­
  gab,  für  eine  planmäßige  Wirtschaftsführung  unerläßlich  war.  Die  Anwendungsgebiete ­
  sind  hier  zahlreich  und  verschieden,  je  nach  dem  Zweck  und  der
Eigenart  des  Betriebes  und  des  Wirtschaftszweiges.  Im  folgenden  seien  einige
Beispiele  angeführt.
Beschäftigungsstatistik:  Zahl  der  Arbeitsstunden,  der  Schichten,  der  Produktionsmenge, ­
  der  Bestellungen;  Beobachtungszeitraum:  täglich,  monatlich  oder  jährlich.  Zweck:
Grundlage  für  Kostenrechnung,  Personalpflege.
Absatzstatistik:  Absatz  der  Erzeugnisse  in  Mengen  oder  Werteinheiten  aufgeteilt  nach:
Abnehmergruppen  (Großhändler,  Verbraucher,  Verarbeiter,  Genossenschaft)  oder  nach  Art
des  Absatzes  (Bahn,  Schiff,  Lastwagen),  nach  Erzeugnissorten  oder  nach  Absatzgebieten.
Zweck:  Erkenntnis  der  Absatzbewegung  bei  den  Abnehmergruppen,  in  den  Absatzbezirken,
bei  einzelnen  Kunden,  dementsprechende  Maßnahmen  für  Werbung,  Verkauf,  Betriebsbeschäftigung. ­
  Insbesondere  Statistik  der  Verkaufspreise  (wertvoll  in  graphischer  Darstellung).
Unk  Ostenstatistik:  verschieden  in  Industrie,  Bank,  Handel,  Verkehr;  Gesamtunkosten
und  einzelne  Unkosten  (Vertriebsunkosten,  Verwaltungsunkosten,  Gehälter,  Unkosten  der
verschiedenen  Abteilungen  oder  der  verschiedenen  Verarbeitungsstufen).  Zweck:  Überwachung, ­
  Kontrolle,  Beobachtung,  Kostenrechnung.
Technische  Statistik:  wichtigstes  Kennzeichen  ist  die  mengenmäßige  (nicht  wertmäßige) ­
  Beobachtung;  beschäftigt  sich  mit  den  Ergebnissen  der  technischen  Betriebsausrüstung. ­
  Zum  Beispiel  Erhebung  über  den  Wirkungsgrad  der  Kraftmaschinen,  über  Leistung
(Hervorbringung)  der  Arbeitsmasohinen,  über  Ausbeute,  Ergebnisse  oder  Eohstoffe,  z.B.  chemische ­
  Industrie,  Mühlenindustrie,  Brauereien  usw.
Finanzstatistik:  Vergleich  der  verfügbaren  Mittel  mit  Verpflichtungen,  verbunden  mit
Schätzung  der  voraussichtlichen  Eingänge  und  Zahlungsverbindlichkeiten  (Errechnung  der
Liquidität)  des  Betriebes.
Lagerstatistik;  Bewegung  der  Lagerbestände  (Rohstoff-,  Halb-  und  Fertigwaren),
Kontrolle  des  Lagerumschlags.  Ziel:  möglichst  kleine  Läger,  Erhöhung  der  Kapitalumschlagsgeschwindigkeit. ­

Was  die  Organisation  anlangt,  so  richtet  sich  diese  nach  dem  Zweck  und  dem
Umfang,  den  die  Betriebs-Statistik  annimmt  oder  annehmen  soll.  In  Großbetrieben
finden  wir  besondere  statistische  Abteilungen,  oft  in  unmittelbarem  Anschluß  an
die  Leitung;  in  kleinen  und  mittleren  Betrieben  wird  die  Betriebs-Statistik  mehr
oder  weniger  von  der  Buchhaltungsstelle  besorgt  und  hier  wieder  vielfach  nur  in
gelegentlichen  statistischen  Zusammenstellungen.  Über  die  Einrichtung  und  Ausgestaltung ­
  der  Betriebs-Statistik  in  einzelne  Unternehmungen  finden  sich  Darstellungen ­
  bei  Calmes,  Lilienthal,  Zörner.
Über  die  betriebliche  Bedeutung  der  Betriebs-Statistik  hinaus  ist  der  volkswirtschaftliche
Wert  nicht  zu  unterschätzen,  wenn  die  Ergebnisse  der  Betriebs-Statistik  zusammengefaßt  und
veröffentlicht  werden.  Bisher  fehlten  gerade  die  Zahlen  der  inneren  Betriebsvorgänge,  z.B.
über  Lagervorräte,  Auftragsbestand,  Leistungsfähigkeit  verschiedener  Wirtschaftszweige.
Solche  Zahlen  sind  für  den  einzelnen  Betrieb  von  größerem  praktischen  Wert  als  allgemeine
Konjunkturbeobachtungen.  Deshalb  hat  das  Institut  für  Konjunkturforschung  seit  einiger
Zeit  auch  neben  der  allgemeinen  Konjunkturbeobachtung  der  Branchenstatistik  und
Branchenkonjunkturbeobaohtung  besondere  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Auch  die  einzelnen
Wirtschaftsgruppen,  wie  z.B.  die  Fachgruppe  Maschinenbau,  die  Fachgruppe  Einzelhandel,
widmen  diesen  Fragen  ihre  Aufmerksamkeit.  Die  Mitglieder  werden  aufgefordert,  in  gewissen
Zeitabständen  der  Fachgruppe  über  die  Bewegung  der  Umsätze,  Aufträge,  Vorräte,  Preise,
Unkosten  mit  genauen  Zahlenangaben  zu  berichten.  Diese  Zahlen  werden  dann  in  der  Verbandsgeschäftsstelle ­
  zusammengesteütundeinzeln  oder  als  Durchschnitt  oderHöchst-undNiedrigstzahlen
  den  berichtenden  Mitgliedern  bekanntgegeben,  natürlich  ohne  Nennung  der  Namen.
            
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