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Die Grundlagen.
zu verneinen. Zwei Erscheinungen sind hier zu beobachten: Erstens, daß mit
wachsendem Geschäftsumfang die Nebenarbeiten, mengenmäßig und nach dem
Zeitbedarf ihrer Erledigung gesehen, gewöhnlich stärker ansteigen, als die kaufmännische
Grundarbeit. Beispiel: Ein Einkäufer kann leicht 10 oder 20 Kaufabschlüsse
tätigen; aber der Schriftwechsel, die Verbuchung, die Entgegennahme
und Verwaltung der Ware, wie die Zurschaustellung und die Verkaufsvorbereitungen
erfordern zweifellos eine viel stärkere Mehrarbeit: die Nebenarbeiten
wachsen schneller als die Grundarbeit.
Zweitens zeigt sich bei diesem Anwachsen wieder, daß es in erster Linie die
mehr mechanischen Arbeiten des Rechnens, Buchens, Schreibens sind, die so
schnell ansteigen. Das bedeutet, daß die eigentliche kaufmännische Arbeit, die
ursprünglich auch in der Hilfsarbeit als solcher steckt, durch das Aufkommen der
mechanischen Massenarbeit stark verwässert wird. So entstehen einfache Schreiber
im Briefwechsel, im Rechnen, in der Buchhaltung und Kasse, sowie die Möglichkeit,
sie durch Schreib-, Rechen-, Buchungs- und Kassenmaschinen zu ersetzen.
Es ist die Frage, ob die Ausübung der Tätigkeit an diesen Maschinen noch als
kaufmännische Hilfsarbeit bezeichnet werden kann (vgl. B).
5. Die industrielle Arbeit. Wir haben zur besseren Kennzeichnung der kaufmännischen
Arbeit eine kurze Darstellung der landwirtschaftlichen und technischen
Arbeit vorausgeschickt (2). Nachdem wir jetzt die kaufmännische Arbeit,
rein verkörpert im Handels- und Bankbetrieb, kennengelernt haben, ist noch
festzustellen, daß weder die landwirtschaftliche noch die technische Arbeit (wenn
sie in einem Wirtschaftsbetrieb zur Ausführung gelangt) ohne einen gewissen Zusatz
kaufmännischer Arbeit auszukommen vermag.
Der Bauer und der Landwirt kaufen Saaten, Tiere, Geräte, Maschinen ein; sie müssen Preise
vergleichen, Bücher führen, ihr Getreide und sonstige Erzeugnisse verkaufen. Nun ist bekannt,
daß die große Masse der kleineren und mittleren Betriebe diese ihre Verbindung mit der kaufmännischen
Arbeit zwar täglich empfindet, aber ihr nicht immer die Bedeutung beilegt, die sie
vielleicht haben müßte, wenn die Betriebe nur nach dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit
geführt würden. Im Gegenteil: die eigentliche landwirtschaftliche Arbeit schiebt sich meist
in den Vordergrund, ergreift den Bauer und den Landwirt so, daß sie der kaufmännischen Arbeit
nicht immer die erwünschte Aufmerksamkeit schenken können und wollen. (Sowohl das neue
Erbhofgesetz als auch die vom Reichsnährstand durohgeführte planmäßige Bewirtschaftung
zahlreicher agrarischer Erzeugnisse leisten dieser Einstellung bewußt Vorschub.)
Im Gegensatz hierzu steht die technische Arbeit (in den gewerblichen Wirtschaftsbetrieben).
Sie ist nicht nur in umfangreichem Maße, sondern auch in
eigenartiger Weise mit der kaufmännischen Arbeit verbunden. Zunächst fällt die
Beschaffung der Roh- und Hilfsstoffe, die Erledigung des Geld- und Kreditverkehrs
sowie die Festhaltung dieser Vorgänge in der Buchhaltung in das Gebiet der
kaufmännischen Arbeit. Ebenso der Absatz der fertiggestellten Güter: selbst wenn
er nur an wenige Abnehmer oder Händler erfolgt, die die weitere Verteilung übernehmen.
Der Industriebetrieb leistet hingegen die volle kaufmännische Grundund
Nebenarbeit, wenn er dazu übergeht, den Absatz seiner Güter an die Verbraucher
— unter Ausschaltung der Handelsbetriebe — selbst in die Hand zu
nehmen. Dann ist die Lage sogar so, daß aus einem Industriebetrieb ein Industrieund
Handelsbetrieb (Fabrikgeschäft) geworden ist, was eine doppelte Leistung:
Erzeugung und Handel bedeutet.
Aber auch abgesehen von der Übernahme der eigentlichen Handelsbetriebstätigkeit
ist eine eigenartige Verbindung der technischen Arbeit mit der kaufmännischen
Arbeit in den Industriebetrieben gegeben. Beim Einkauf der Rohund
Hilfsstoffe ist bezüglich deren Art, Menge und Güte Rücksicht auf die technische
Verarbeitung zu nehmen. Lagerbestand und Verwaltung der Läger haben
sich den technischen Erfordernissen anzupassen. Die Einrichtung der Erzeugungs