Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Grundlagen.

auf  die  alte  Weise  hergestellt  wird,  nicht  abbauen  wollen  oder  können,  neue  Maschinen, ­
  neue  Rohstofflager,  neue  Facharbeiter  u.  a.  zu  beschaffen.  Es  kommt
hinzu,  daß  die  neue  Erzeugung  meist  in  heftigem  Wettbewerb  mit  Spezialfabriken,
welche  aber  über  eine  längere  technische  Erfahrung  bereits  verfügen  und  auch
schon  Verkaufserfolge  aufweisen  können,  abgesetzt  werden  muß.
Das  Verbot  der  Verwendung  von  Blei  für  Plomben  und  der  Übergang  zu
Stahlblechplomben  macht  eine  Umstellung  vom  Gießen  auf  Stanzen  nötig,  was
natürlich,  abgesehen  von  den  Kapitalaufwendungen  für  die  neuen  Maschinen  und
Rohmaterialien,  neue  Kosten  für  die  Einarbeitung  erfordert.  Darüber  hinaus
müssen  andere  Zangen  verwendet  werden;  die  bisherigen  Zangen  werden  für  die
Plombenverbraucher  wertlos  und  in  den  Zangenfabriken  entwerten  sich  die  Fertigwaren ­
  und  oft  auch  die  Rohstoffläger  (da  für  Stahlblechplomben  stärkere  Zangen
nötig  sind  —  also  Schmiedestahl  gegenüber  Temperguß)  von  einem  Tag  zum
andern;  daneben  werden  sämtliche  Modelle,  Preßwerkzeuge,  Gesenke,  Stempel  u.  a
wertlos  oder  müssen  umgearbeitet  werden.
Auf  fast  allen  Gebieten,  auf  denen  neue  Rohstoffe  in  Gebrauch  genommen
werden  müssen,  ist  diese  Vernichtung  von  bisherigem  Kapital,  das  Erfordernis  von
Neuanlagen,  hohe  Umstellungs-  und  Einarbeitungskosten,  andere  Verkaufsmethoden ­
  und  Verkaufsmittel,  andere  Kostenrechnungen  zu  beobachten.  Selbst  wenn
nicht  eine  völlige  Umstellung,  sondern  nur  eine  Verknappung  des  bisher  verwendeten ­
  Rohstoffs  eintritt,  werden  Überlegungen  in  bezug  auf  den  Übergang  zu
anderen  Arbeitsverfahren  nötig.  Die  Abfälle  und  Materialverluste  sind  je  nach  dem
Bearbeitungsverfahren:  ob  Gießen  (Sandformguß,  Kokillenguß  oder  Spritzguß)
oder  Schmieden  (Freiform-  oder  Gesenkschmieden)  sehr  verschieden;  auch  die
einzelnen  Zerspanungsbearbeitungen  erfordern  mehr  oder  weniger  Rohstoffzugaben. ­

Ob  es  sich  um  die  Herstellung  und  Verwendung  von  künstlichem  Treibstoff
und  Öl  (aus  Kohle),  ob  es  sich  um  chemisch  hergestellten  Kautschuk  oder  Faserstoff ­
  handelt,  ob  neue  natürliche  Faserstoffe  stärkere  Verwendung  finden  sollen
(Hanf,  Flachs)  oder  andere  Metalle  (Aluminium,  Magnesium),  immer  sind  schwerwiegende ­
  Umwälzungen  nicht  nur  bei  den  Erzeugern,  sondern  ebensolche  bei  den
Verarbeitern  und  Verbrauchern  nötig.  Gerade  der  Widerstand  der  Verbraucher
erfordert  oft  besondere  Anstrengungen  der  Verkaufsorganisation  und  Entgegenkommen ­
  in  den  Preisen,  so  daß  vielfach  außer  den  höheren  Anlage-  und  Betriebskosten ­
  geringere  Erlöse  und  Umsatzschmälerungen  in  Kauf  genommen  werden
müssen.  Man  wird  diesen  Rückwirkungen  auf  die  einzelnen  Betriebe  und  ihren
Ausstrahlungen  auf  die  Gesamtwirtschaft  ernste  Beachtung  schenken  müssen;  es
gibt  nicht  nur  ein  volkswirtschaftliches,  sondern  ein  ebenso  großes  wirtschaftsbetriebliches ­
  Rohstoffproblem  in  Deutschland,  dessen  ganze  Auswirkung  im  Hinblick ­
  auf  Kapitalbedarf,  Vermögensentwertung  und  Kostensteigerungen  erst  in
einiger  Zeit  fühlbar  werden  wird.
IV.  Der  Standort.
1.  Der  „Produktionsfaktor“  Natur.  Es  ist  (in  der  Volkswirtschaftslehre)  üblich,
die  Wirtschaftstätigkeit  auf  das  Zusammenwirken  von  drei  Grunddingen  (Produktionsfaktoren) ­
  zurückzuführen:  Natur,  Kapital  und  Arbeit.  Wir  haben  dem
Kapital  (und  dem  Vermögen)  das  zweite  Buch  gewidmet;  im  vorliegenden  Buch
soll  das  andere  Grundding,  die  Arbeit  (als  zum  Betrieb  gehörig),  dargestellt  werden.
Das  dritte  Grundding,  die  Natur,  scheint  bei  dieser  Einteilung  und  Abgrenzung
des  Stoffes  zu  kurz  zu  kommen.  In  der  Tat,  wenn  man  die  Dinge  vom  Standpunkt
der  Wirtschaftsbetriebe  betrachtet,  so  spielt  die  Natur  eine  sehr  verschiedene
Rolle.  Man  kann  nämlich  unter  Natur  folgendes  verstehen:  1.  Die  Kräfte,  die  in
            
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