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Der Unternehmer und Betriebsführer.
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Wirtschaftsplanes, Gestaltung der kapitalistischen Grundrechnung, Abschätzung
der Verlustgefahr und Aufstellung der Gewinnrechnung. Indem der Unternehmer
diese Überlegungen verwirklicht, ist er Betriebsführer, wie der Betrieb der Vollzug
der Wirtschaft (Unternehmung) ist. Die gedankliche Trennung, die wir zwischen
Wirtschaftsbetrieb als Wirtschaft (2. Buch) und Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (in
diesem Buche) vorgenommen haben, ist hinsichtlich der Person des Wirtschafters,
des Unternehmers, nicht durchführbar. Der Unternehmer ist immer eine han
delnde Einheit. Nicht der ist schon Unternehmer, der etwa den Inhalt des zweiten
Buches: die Wirtschaft kennt oder darstellen oder beurteilen kann, sondern nur
derjenige, der die Wirtschaft verwirklicht. Das ist der Unternehmer in seiner
Person als Unternehmer (Wirtschaft) und als Betriebsführer (Betrieb). Man er
kennt diese Verbundenheit, wenn man zum Vergleich den Unternehmer und den
Wirtschaftsprüfer oder den Theoretiker und Praktiker gegenüherstellt. Der Wirt
schaftsprüfer und der Theoretiker kennen die wirtschaftliche Seite des Wirtschafts
betriebes vielleicht noch besser als der Unternehmer; aber dadurch sind sie noch
nicht Unternehmer. Beispiele zeigen, daß Theoretiker wie Wirtschaftsprüfer, trotz
guten Wissens um die Dinge, in der Praxis versagen können (es gibt auch Aus
nahmen) ; wie umgekehrt erfolgreiche Praktiker glauben, die besten Theoretiker
sein zu müssen, was in einzelnen Fällen vielleicht zutreffen kann.
Natürlich ist es etwas anderes, ob jeder Unternehmer (rechtlich oder praktisch)
auch immer der eigentliche Betriebsführer ist. Hier muß man sich zunächst vor
dem Mißverständnis hüten, den Betriebsführer mit dem Betriebsleiter gleichzu
setzen. Der Betriebsleiter ist entweder ganz technisch gesehen: der Leiter des
technischen Betriebes, der Fabrik, der Gießerei oder in kaufmännischer Bezieh
ung: der Leiter der Verwaltung, eines Büros, einer Verkaufsabteilung. Der Be
triebsleiter handelt immer im Rahmen der vom Betriebsführer (Unternehmer) ge
gebenen allgemeinen oder besonderen Anweisungen. Der Betriebsführer ist mehr
als der Betriebsleiter, ist Verwirklicher der Wirtschaft im ganzen, ist Führer des
Wirtschaftsbetriebes im ganzen, ist der tätig gewordene, d.h. der handelnde Unter
nehmer. Der Betriebsführer kann zugleich Betriebsleiter sein, wenn er diese oder
jene Teilaufgabe mit erledigt, wie er als Betriebsführer zugleich auch unter
geordnete Betriebsarbeit leisten kann. In Kleinbetrieben fallen die Funktionen des
Betriebsführers und Betriebsleiters gewöhnlich zusammen. Auf die Aufgaben, die
dem Betriebsführer durch das ÄOG. gestellt sind, wird in einem besonderen Ab
schnitt einzugehen sein (B V).
Der Betriebsführer ist nicht mit dem Wirtsohaftsf ührer zu verwechseln, einer Bezeichnung,
die für die Führer (Unternehmer) großer Wirtschaftsbetriebe (vor allem der Konzerne und
Trusts) in Gebrauch gekommen war. Sie sollte zum Ausdruck bringen, daß diese Leute zu
gleich auch die Wirtschaft, d.h. die Gesamtwirtschaft führen. Diese zweifelhafte Angelegen
heit hat jetzt ihr Ende dadurch gefunden, daß sich der nationalsozialistische Staat die Führung
der Wirtschaft vorbehält und als eigentlicher Wirtsohaftsführer daher nur — der Reiohswirt-
schaftsminister anzusehen ist.
Bei der Gewerbezählung 1933 sind 14,5 Millionen erwerbstätige Personen ermittelt wor
den. Hiervon entfallen 3,7 Millionen auf Betriebsleiter. Diese große Zahl dürfte gleichbedeu
tend mit den Betriebsführern (im rechtlichen Sinne) sein. Doch sind diese 3,7 Millionen nicht
als Unternehmer (in unserem Sinne) anzusehen, da sie auch die kleinen und kleinsten Wirt
schaftsbetriebe umfassen, die noch nicht die Merkmale der (kapitalistischen) Unternehmung
tragen.
2. Die Aufgabe des Unternehmers. Der Unternehmer muß sich zunächst über
die kapitalistische Wirtschaftsweise (Wesen der Unternehmung) im klaren sein,
das in sich aufnehmen, was wir im ersten und zweiten Buche kennengelernt haben.
So muß er wissen, was er mit seiner Unternehmung im Rahmen der Gesamtwirt
schaft bezwecken will, wie letztere auf den eigenenWirtschaftsbetrieb zurückwirkt,
und wie er sich hiernach den Wirtschaftsplan und die Gestaltung der kapitalisti-