Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Das  Entgelt.

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stellte  1710  M  fest;  das  1914  von  der  Reichsversicberungsanstalt  für  Angestellte  aus  über
1  Million  Versiohenmgskarten  ermittelte  durchschnittliche  Jahreseinkommen  betrug  dagegen
1940  M.
Die  Verschiedenartigkeit  der  Erhebungen  erschwert  eine  Beurteilung  der  Ziffern  ungemein. ­
  Sowohl  die  Unterschiede  im  Lebensalter  und  Familienstand,  als  auch  die  nach  Geschäftszweigen, ­
  Gebieten  (Großstadt—Land)  und  Tätigkeitsgruppen  müssen  Beachtung  finden.
Endlich  spielt  auch  die  Tatsache,  daß  bei  den  Erhebungen  der  Angestellten-Verbände  von
vornherein  eine  gewisse  Auswahl  schon  durch  die  Yerbandszugehörigkeit  und  die  Ausfüllung
der  Fragebogen  stattfindet,  eine  wichtige  Rolle.  Bei  den  einigermaßen  vergleichbaren  Altersklassen ­
  von  20—25  und  25—30  Jahren  der  zuletzt  genannten  drei  Erhebungen  von  1903,1908
und  1914  sind  die  Jahresdurohschnittsgehälter  annähernd  in  gleicher  Höhe  ermittelt  worden:
1470  M  in  der  Altersklasse  von  20—25  Jahren,  2000  M  in  der  Klasse  von  26—30  Jahren.
Aus  den  Ermittlungen  des  Deutschnationalen  Handlungsgehilfen-Verbandes  ging  weiter  hervor, ­
  daß  48%  der  erfaßten  Personen  bis  1500  M  und  75%  bis  2000  M  jährlich  verdienten.

Für  die  Nachkriegszeit  liegen  zunächst  nur  die  fortlaufenden  Veröffentlichungen ­
  der  Angestellten  Versicherung  und  der  Tarifstatistiken  vor,  die  jedoch  neben
den  kaufmännischen  auch  die  technischen  Angestellten  mit  umfassen.  Auch  hier
zeigt  die  erstere,  daß  über  60%  der  erfaßten  Angestellten  —  im  ganzen  1,9  Millionen ­
  von  den  etwa  3  Millionen  Personen  -—•  in  den  Klassen  bis  2400  RM  Jahresgehalt ­
  ihre  Beiträge  entrichteten;  auch  die  Tarifstatistiken  ergaben  etwa  das
gleiche  Bild.  Insgesamt  waren  jedoch  weder  nach  Alter  und  Familienstand,  noch
nach  den  örtlichen,  betrieblichen  und  durch  die  verschiedenartige  Tätigkeit  bedingten ­
  Verhältnisse  die  erhaltenen  Zahlen  sonderlich  aufschlußreich.  Nach  dem
Kriege  sind  ebenso  wie  bei  den  Löhnen  der  Arbeiter  die  Gehälter  der  Angestellten
zum  größten  Teil  durch  Tarifverträge  zwischen  den  Verbänden  der  Arbeitgeber
und  der  Angestellten  geregelt  worden.  Auch  diese  weisen  natürlich  zwischen  den
Gewerbegruppen  und  den  Vertragsgebieten  des  gleichen  Gewerbes  große  Unterschiede ­
  auf.

Für  das  Bankgewerbe  in  Berlin,  wo  die  höchsten  Sätze  gelten,  waren  folgende
Sätze  gültig;  (Siehe  nebenstehende  Tabelle.)
Für  verheiratete  Angestellte  Tarifliche  Monatsgehälter  männlicher,  lediger  kaufwaren ­
  die  Sätze  je  nach  der  Kin-  männischer  Angestellten  im  Bankgewerbe  von  Berlin
derzahl  höher;  für  Verheiratete  (Sonderklasse)  im  15.  Berufsjahr  (Endgehalt);

J  ahresdurchschü  i  tt

Gruppe

III

II

I

1929

414,70

338,00

261,25

1930

414,70

338,00

261,25

1931

389,85

317,70

246,50

April  1932

343,00

279,60

216,10

April  1934

343,00

279,60

216,10

mit  1  Kind  etwa  um  13%  (Gruppe
III),  16%  (Gruppe  II)  und  21%
(Gruppe  I).  Über  die  Festlegung
der  Gruppen  siehe  oben  S.  72.
Für  weibliche  Angestellte  sind
im  allgemeinen  niedrigere  Sätze
maßgebend,  die  jedoch  je  nach
der  Gewerbe-  oder  Tätigkeitsgruppe ­
  und  auch  örtlich  ein  verschiedenes ­
  Maß  der  Abweichung  zeigen.  So  sind  etwa  die  Gehälter  weiblicher
Bankangestellten  in  Berlin  in  den  Gruppen  I  und  II  um  5%  niedriger,  in  der
Gruppe  III  dagegen  gleich  hoch  wie  die  der  männlichen  Angestellten,  ein  Verhältnis, ­
  das  nach  Ortsgebieten  gleich  ist.  (Im  Einzelhandel  sind  die  weiblichen
Gehälter  in  Berlin  um  etwa  20%,  in  Breslau  dagegen  nur  um  etwa  11%  niedriger
als  die  ihrer  männlichen  Berufskameraden;  dagegen  liegen  die  Gehälter  der  gleichen ­
  Gruppen  der  Männer  in  Berlin  um  fast  14%,  in  Köln  sogar  um  fast  20%
höher  als  in  Breslau.)

Obwohl  wegen  der  verschiedenen  Einteilung  nach  Tätigkeitsgruppen  zwischen
den  einzelnen  Gewerbezweigen  ein  Vergleich  kaum  möglich  ist,  scheinen  doch  in
der  Textilindustrie,  im  Großhandel  und  in  der  Chemischen  Industrie  die  Gehälter
der  kaufmännischen  Angestellten  am  niedrigsten  zu  liegen.  Verhältnismäßig  hoch
            
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