Full text: Wie Deutschland seine Schulden bezahlen kann!

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falls erschöpfen, es kann sich vielmehr nur darum handeln, die 
Grundlinien des neuen Systems darzulegen, und wenn diese im 
Prinzip, wie der Verfasser hofft, als ein oder als das Heilmittel 
der gegenwärtigen Not anerkannt werden, so wird es nicht schwer 
sein, sich über die Einführung und Anwendung des Systems im 
einzelnen zu einigen. Freilich werden auch hierfür noch umfangreiche 
Berechnungen und Ueberlegungen notwendig sein; aber diese Klein 
arbeit soll absichtlich verschoben werden, bis über die Grundlagen 
ein Verständnis erzielt ist. Aus diesem Grunde ist auch davon Ab 
stand genommen worden, dieser Broschüre eine wissenschaftliche Ver 
tiefung durch literarische und statistische Hinweise oder durch längere 
theoretische Erörterungen zu geben, ganz abgesehen davon, daß es 
angebracht schien, diese Veröffentlichung ohne weiteren Verzug 
erfolgen zu lassen. Ebenso muß es späterer Gelegenheit vorbehalten 
bleiben, ausführlich auf die großen weltwirtschaftlichen und welt 
politischen Folgen einzugehen, welche die Anwendung dieses neuen 
Steuersystems notwendig mit sich bringen wird; hierüber mögen 
einstweilen kurze Andeutungen genügen. 
Einige Erörterungen allgemeiner Natur ließen sich allerdings 
nicht umgehen, da hier Gegenstände berührt werden, die von grund 
legender Bedeutung für das neue System sind. Jedoch bittet der 
Verfasser wiederholt, der Leser möge sich immer vor Augen halten, 
daß die Abhandlung . nichts weiter beabsichtigt, als in möglichster 
Kürze eine neue Idee zur Erörterung zu stellen, allerdings eine 
Idee, von welcher der Verfasser ohne Uebertreibung sagen zu können 
hofft, daß sie den archimedischen Punkt darstellt, von dem aus das 
ganze öffentliche Finanzwesen umgeformt und geordnet werden kann. 
Das Kernstück der ganzen Sache liegt im ersten Abschnitt des 
dritten Kapitels, hier ist die Grundidee in ihrer einfachsten und 
klarsten Forni zum Ausdruck gebracht. 
So mag denn diese Schrift zunächst als eine Frucht ehrlicher 
Arbeit und emsigen Nachdenkens gewertet werden! Je lebhafter 
sich die Kritik mit den neuen Vorschlägen beschäfligt, desto lieber 
wird es dem Verfasser sein, der nichts sehnlicher wünscht, als ein 
Scherflein beizutragen, um der gewaltigen Not des Vaterlandes 
zu steuern! 
Berlin, im August 1921. 
Friedrich Ladendorf.
	        
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