Full text: Über asiatische Wechselkurse

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fortschreitende günstige Entwicklung des Exportgeschäfts, dessen 
Anwachsen die Einnahmen der chinesischen Seezoll-Verwaltung von 
33,8 Millionen Haikuan Tael auf 34,8 Millionen steigerten. 
Auch im folgenden Jahre 1909 setzte sich die Zunahme der 
chinesischen Ausfuhr fort; namentlich machten sich neue Ausfuhr 
artikel bemerkbar, wie Erdnüsse von Tsingtau, Soya-Bohnen von der 
Mandschurei, während der Umsatz in anderen Artikeln, z, B, Saaten 
von Hankow immer größeren Umsatz annahm. Das Importgeschäft 
zeigte dagegen noch keine durchgreifende Besserung; für einzelne 
Märkte hatte sich zwar die Lage günstiger gestaltet, die Vorräte in 
Manufakturwaren hatten etwas normaleren Umfang angenommen, 
aber auf anderen Gebieten stagnierte das Geschäft noch immer. 
Das Jahr 1910 brachte endlich auch dem chinesichen Import 
geschäft günstigere Bedingungen, Die großen Warenvorräte waren 
soweit reduziert, daß der Bestand sich in einzelnen Artikeln niedriger 
als seit 8 Jahren stellte. Die allgemeine Erholung verzögerte sich 
etwas durch eine Finanzkrisis, die im August auf dem chinesischen 
Geldmarkt in Schanghai einsetzte. Anscheinend auf die damalige 
ungewöhnliche Preissteigerung für Rohgummi hatte eine wilde Speku 
lation in Gummi-Aktien eingesetzt, die weite, mit dem Wesen der 
artiger Unternehmungen nicht vertraute Kreise ergriff. Durch den 
Zusammenbruch dieser Spekulation wurden umfangreiche, gegen 
Gummi-Aktien geleistete Vorschüsse notleidend, eine Anzahl der 
native-Banken geriet in Zahlungsschwierigkeiten und der Zahlungs 
verkehr kam ins Stocken, Sofort wurden seitens der chinesischen 
Behörden, der chinesischen Bankgilde und der Handelskammer die 
Hilfe der Fremdbanken angerufen. Letztere stellten dem Toatai von 
Schanghai insgesamt 6,5 Millionen Schanghai-Taels zur Verfügung, 
gegen die, von der Peckinger Zentral-Regierung genehmigt, zins 
tragende Obligationen zur Ausgabe gelangten, so daß das Schlimmste 
abgewendet wurde. (Im Diagramm deutet die starke Abbiegung der 
Kurslinien im August 1910 auf diese lokale Krisis hin; zu beachten 
ist, daß es sich dabei aber um eine Veränderung der Parität handelt.) 
Das Exportgeschäft wurde durch gute Ernten in seiner aufsteigenden 
Entwicklung weiter gestärkt. 
Die Lage während der untersuchten Jahre läßt sich da 
hin zusammenfassen, daß durch den jähen Umschwung in 
1907 die bereits seit 1905 latent vorhandene Depression voll 
zum Durchbruch kam, 1908 und 1909 weiter wirksam blieb 
und erst 1910 gesunderen Verhältnissen Platz machte. Dem 
entspricht in etwa die Paritätsstellung der Wechselkurse. 
Die außerordentlich günstige und gleichmäßig fortschrei 
tende Entwicklung des Exports entspricht ebenfalls der Ge 
staltung der Wechselkurse, sodaß Import und Export pa 
rallel auf die Kurse wirkten.
	        
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