254
,Die Herrschaft des Wortes“,
die unzerfällende Erkenntnis ihre nicht zu verkennende Bedeutung: die
Auferstehung des Geschehens aus den Gräbern des materialisierenden,
verknöchernden Wortesl Und so auch im hier gemeinten Falle. Es
müßten eben die schlichteren Fälle der Umformung, es müßte
„Geschehnis“ und müßten alle Arten „Vorgänge“ und „Bestände“ zu
erst im klaren sein; und auch die Weise, wie sie in bunter Menge dem
Zuständlichen Gebilde eingefügt sind. Dann erst kann erhellen, wie
buchstäblich das Zuständliche Gebilde, mit seinem ganzen Um und Auf,
nichts als eitel Geschehen ist. Nur eben in Einheit erlebtes
Geschehen! Um dieser Einheit willen formt dann unser Geist jenes
Etwas, das nicht „ist“, und noch weniger bloß „gilt“; das auch nicht
„geschieht“, nicht „besteht“ und nicht „vergeht“, sondern „fortbe
steht“: an eine innere und an äußere Bedingnisse gebunden.
Es gilt zwar auch vom Organismus, daß er in diesem Sinne
„fortbesteht“. Auch schließt solche Art Gegenständlichkeit da wie
dort den umgliedernden Wandel in sich. Allein, der Organismus ist
wahrlich nicht eitel Geschehen. Um die Einheit des Geschehens schlingt
sich bei ihm ein „körperliches Band“; als das laufende Tier, als die
treibende Pflanze, ist er uns anschaulich. Aus dem Gesichtspunkte
der Einheit kommt hier das Geschehen nur in seiner Beziehung auf
das Sein, nur als „Funktion“ zur Geltung; und so betrifft auch die
Entwicklung hier den „Körper“ — „spezifische Formgestaltung“. Und
noch in einem anderen Sinne gähnt zwischen Organismus und Zuständ-
lichem Gebilde eine unüberbrückbare Kluft. Es mag das erobernde
Denken in die innere Bedingnis der Einheit „Organismus“ tief und
tiefer eindringen, das letzte Wort dieser Bedingnis flüchtet vor dem
Eindringling zurück! Die Bedingnis im Zuständlichen Gebilde ist da
gegen ein recht offenes Geheimnis. Im stillen weiß jedermann von
ihm. Zwei oder drei Förmelchen zur Erkenntnis des Alltäglichen genügen
zur Not, um es auszuplaudern! Aber vorher eben einen Blick auf die
Anlässe jenes Denkens, das sich über diesen Formeln läutert.
BL
Ich streife hier die Frage, in welchen Spielarten gegen
über der Welt des Handelns Erkenntnis möglich ist. Es
handelt sich nur um erfahrungswissenschaftliche Erkenntnis:
eine Erkenntnis, die einen unserem Denken gegebenen Stoff erledigt
ohne diese Erledigung von Haus aus unter einen Gesichtspunkt z u
stellen, der nicht aus ihr selber entsprungen ist! Für den Gegensatz