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Während der Weg der Tratte umgekehrt verläuft wie
derjenige der Rimesse, bleibt der Weg der effektiven Zah
lung für beide Methoden bestehen, nämlich die indi
schen Staatskassen zahlen den Betrag an private Unter
nehmungen in Indien, und in England sind es wiederum
private Unternehmungen, die den Betrag an den Indian
Council zurückführen. Das für die indischen Staatszahlun
gen notwendige Kapital muß sich demnach in beiden Fällen
in Indien und in London befinden, es ist nicht so, als ob
man es dem „großen Geldmarkt" London als einem uner
gründlichen Reservoir entnähme. Wichtig für die Entschei
dung der Frage sind dagegen die Spesen, die in beiden
Fällen der indischen Regierung entstehen.
Zur Untersuchung des indischen Wechselkurses sind
die Notizen von Kalkutta herangezogen worden; der
nachstehend wiedergegebene ausführliche Kurszettel einer
dortigen Maklerfirma (Formular 1) zeigt ein anschauliches
Bild des indischen Devisenverkehrs,
Als Preisstufen sind üblich V 32 d und */ 4 Pfennig. Die
Kurse von Kalkutta und Bombay differieren höchstens um
eine Preisstufe, also um 1 / 32 d. Über die Frage, welcher der
beiden Plätze der tonangebende sei, wird berichtet: „Ob
gleich Kalkutta der etwas größere Geldmarkt und meist
der tonangebende Platz ist, gibt Bombay bei der Preis
bildung doch manchmal den Ausschlag, z. B. im Mai, Juni
und Juli, wenn die Exportzeit für Saaten und Weizen ist,
da das Exportgeschäft in Kalkutta dann dort kleiner als
dasjenige in Bombay ist". Aus den zur Verfügung stehen
den t. t. Notizen der Hongkong & Shanghai Banking Corpo
ration für Kalkutta und Bombay ergibt sich, daß die
Notierung in Kalkutta im Jahre 1910 sich bei 300 Notie
rungstagen rund 50 mal änderte. In Bombay änderte sich
die Notiz zwar nicht ganz so oft, rund 45 mal, dafür waren
aber unter den 50 Änderungen Kalkuttas 28, die 1—4, sogar
bis zu 9 Tagen vorher bereits in Bombay eingetreten waren,
während es sich bei den anderen Fällen meistens um
gleichzeitige Änderungen handelte. Da aber der Unter
schied niemals mehr als 1 / 32 d betrug, wird die Untersuchung
dadurch nicht beeinträchtigt. Der Devisenumsatz in
Kalkutta, der in außergewöhnlichen Fällen % Mill. £ pro
Mahlberg, Asiatische Wechselkurse. 4