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Bedarf an Geld.
der Zunahme der Zahlungen überhaupt, d. h. im gan
zen Jahre, in keinem Verhältnisse steht. —
Wir haben bisher stillschweigend vorausgesetzt,
dass alle Zahlungsverbindlichkeiten baar zu begleichen
sind; denn nur unter dieser Voraussetzung ist der all
gemeine Satz richtig, dass der Bedarf an Geld ein um
so grösserer ist, je mehr die einzelnen Zahlungen zeit
lich zusammenfallen. Nun kann aber ein grosser 1 heil
der eingegangenen und bereits fällig gewordenen Zah
lungsverbindlichkeiten statt mit Baargeld auch einfach
im Wege der Kompensation seine Erledigung finden
(Clearing). Und zwar wird diese Methode der Erfül
lung von Zahlungsverbindlichkeiten in um so aus
gedehnterem Maasse zur Anwendung kommen kön
nen, je mehr mit Hülfe des Kredits, des Wechsels, und
der Banken die endgültige Abwickelung der Geschäfte
oder Erfüllung von Zahlungsverbindlichkeiten grade
auf bestimmte Zeitpunkte sowohl wie auf bestimmte
Plätze und Institute concentrirt wird. Insofern vermin
dert also wiederum die Concentration der Zahlungen
auf bestimmte Zeitpunkte sowohl wie auf bestimmte
.Plätze und Institute den Geldbedarf.
Je mehr es ferner üblich ist, auf Kredit statt per
comptant zu kaufen, desto weniger Geld braucht na
türlich jeweilen über den stricten Bedarf hinaus, der
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