ten, ist in diesem Zusammenhang ebenfalls zu widersprechen,
denn dann hätte der größere indische Goldvorrat bei Unterbleiben
der Regierungsrimesse lediglich einen absolut größeren
Goldabfluß ermöglicht. Die relative Bedeutung des
Goldexports wäre dabei vielleicht geringer gewesen.
Das Jahr 1909 war für Indien günstiger; die besonders reiche
Ernte konnte im Ausland zu wesentlich gestiegenen Preisen untergebracht
werden, sodaß die Ausfuhr Rekordziffern ergab. Die Einfuhr
blieb jedoch noch hinter 1908 zurück, ohne daß besondere
Gründe hierfür festgestellt werden konnten.
Auch in diesem Jahr griff die indische Regierung in die
Wechselkursgestaltung ein, indem sie in der Zeit vom 2.-9.
September, als der Kurs den Goldexportpunkt erreichte,
bezw. überschritt, auf dem indischen Markt als Verkäufer
für Sterling-Tratten (im ganzen 156 000 £), also
ihrer sonstigen Zahlungsrichtung entgegengesetzt, auftrat*),
Da erfahrungsgemäß — sogar im Jahre 1907 — der Wechselkurs
im letzten Jahresviertel sich stets für Indien günstiger
stellt, konnte sich der Staatssekretär später wieder eindecken,
Daß diese Operation einer Goldverschiffung vorzuziehen
ist, ist selbstverständlich.
Aus dem Wirtschaftsbericht 1910 ist Nachstehendes zu
erwähnen:
Die Witterungsverhältnisse waren im allgemeinen günstig, Regen
fiel reichlich und regelmäßig über den ganzen Kontinent, sodaß die
Ernten wiederum ausgiebig ausfieleh. Als natürliche Folge der vorzüglichen
landwirtschaftlichen Lage nahm der Ausfuhr- wie der Einfuhrhandel
einen weiteren Aufschwung; die Plazierungsmöglichkeiten
waren ebenfalls günstig und somit konnte die ersehnte Besserung
endlich eintreten.
Die Ziffern des indischen Außenhandels sind für
bis 1910 folgende:
Indiens Außenhandel
Einfuhr nach Indien
Gesamteinfuhr
davon aus
England
1) Nach Angaben eines von der Firma Page u. Gwyther, Discount
u, Exchange Brokers, Gracechurch Street 17, London E. C,, veröffentlichten
Diagramms über Indian Council Bills; ein Exemplar des Diagramms
befindet sich im Archiv der Cölner Hochschulen,
zur
S e e i n
MUL
1907
1908
1909
1618
1788
1515
1105
1166
1000