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dem Bericht x ) des Dolmetscheraspiranten Tigges beim deutschen
Konsulat in Kanton über die Geldverhältnisse in
Woutschou, einer Stadt von 60—80 000 Einwohnern an der
Mündung des Fuflusses in den Westfluß, die den Ruf hat,
der Haupthandelsplatz und der reichste Ort der Provinz
Kuangsi zu sein. ,,In Woutschou sind hauptsächlich Kantoner
20 Centstücke und Hongkonger 10 Centstücke im Umlauf;
Silberdollars und Notengeld sind wenig bekannt. Im
Binnenland ist Bargeld selten; die Landleute pflegen gegen
ihre Bodenerzeugnisse Waren — hauptsächlich Baumwollwaren
—■ eänzutauschen; der Geldverkehr zwischen Woutschou
und Kanton-Hongkong wird durch chinesische Bankiers
in Futschan und Kanton vermittelt," Nach derselben
Quelle ist die Stadt Woutschou das natürliche Zentrum des
Handelsverkehrs für Kuangsi, Kueitschou und das nordöstliche
Yünnan, ein Gebiet, das etwa der Bodenfläche des
Deutschen Reiches gleich kommt; alle nach Kanton und
Hongkong führenden Handelsstraßen dieser großen Landflächen
vereinigen sich in Woutschou.
Gegenüber diesen Verwicklungen, mit denen der kleine
Binnengeldverkehr Chinas zu rechnen hat, erscheint der
Silbergroßverkehr der Hafenstädte als relativ einfach gestaltet,
Bei ihm handelt es sich um drei Schwierigkeiten, die
jedoch von dem Chinesen nicht als solche empfunden werden,
da ihm die erforderliche Technik geläufig ist und sich
aus den Schwierigkeiten für ihn dauernd Gewinngelegenheiten
ergeben. Die erste Schwierigkeit besteht darin, einen
bestimmten Betrag in der entsprechenden Menge Silbers
auszuzahlen: der Betrag muß gewogen werden, sofern man
sich nicht mit ausländischen Silbermünzen behilft, die dann
aber nur als feststehende, bereits bequem abgeteilte Mengen
Silbers gelten. Letzteres geht soweit, daß man die Münzen
zerbricht, um einen entsprechendenTeilbetrag zu bekommen,
und daß vielfach die Münzen nicht auf ihre Prägung hin genommen
werden, sondern stückweise einer Nachprüfung
unterliegen, wobei Gewicht und Feinheit von den chinesischen
Probierern darauf vermerkt werden. Die Münzen werden
„geschopt“. Die Europäer untereinander nehmen natür-1)
Bericht über Handel und Industrie, Bd. 14, Heft 6, Mai 1910.