91
zu auch von jedem Sinken des Silberkurses empfindlich
getroffen, da die Warenverkaufspreise im Innern niemals
im selben Maße steigen 1 ),
An dieser größten Schwierigkeit des chinesischen Geld
wesens, von der namentlich der europäisch-amerikanische
Fremdhandel getroffen wird, wird durch die geplante Wäh
rungsreform nichts geändert werden, da nur eine einheitliche
Silberwährung eingeführt werden soll. Allerdings wäre die
Einführung eines wirklichen Einheitsgeldes bereits ein
großer Fortschritt für China gegenüber den heutigen chao
tischen Zuständen, und zudem muß man sich in China zu
nächst einmal an ein regelrechtes Geldsystem gewöhnt
haben, ehe man daran denken kann, den weiteren Schritt
zu tun und die umlaufenden Münzen gegenüber dem Golde
unterwertig zu prägen. An einer für den kleineren Ver
kehr handlichen Goldmünze wird es alsdann nicht fehlen,
wie der von Schmalenbach 1 2 ) bereits 1904 gemachte
Vorschlag dartut, Goldmünzen von nur 250 fein und etwa
der Größe des 50Pfg,-Stückes mit einem Goldwert von
2,04 cM auszuprägen.
Auf die Einzelheiten der geplanten Reform und die zu
ihrer Durchführung in Aussicht genommene Anleihe braucht
hier nicht eingegangen zu werden.
Im einzelnen ist der Kupfer-Käsch als der tausendste
Teil des Silber-Taels, der chinesischen Unze, eigentlich
auch nur Gewichtsgeld. Die zu Grunde liegende Gewichts
einteilung ist folgende, wobei die chinesischen Bezeichnun
gen in Klammern zugesetzt sind;
1 Tael (Liang) = 10 Mace oder Mehs,
1 Mace (Tsien) = 10 Candareen oder Kandorin,
1 Candareen (Fen) = 10 Li (Käsch).
Die Benennungen der höheren Gewichte lauten:
16 Tael = 1 Catty (Tsin),
100 Catty = 1 Picul (Tan),
1) Siehe hierüber besonders Helfferich, Außenhandel und
Valutaschwankungen, Conrads Jahrbuch XXI, 2 und von Kries,
Seezollverwaltung und Handelsstaiistik in China, Probleme der Welt
wirtschaft, Schriften des Instituts für Seeverkehr und Weltwirtschaft
in Kiel, Jena 1913,
2) a. a. O, s