Full text : Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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Boden  des  Ganzen  und  für  das  Ganze  in  größtmöglichster  Freiheit ­
  zur  größtmöglichen  Entfaltung  der  sozialen  Energien  zu  gelangen. ­
  Das  allgemeine  Prinzip  der  Arbeit  des  Einzelnen  im  eigenen
notwendigen  Interesse  aber  für  das  Ganze  und  im  Rahmen  des
Ganzen  führt  zur  Gleichrichtung  aller  Kräfte  in  der  Volkswirtschaft, ­
  auch  zur  Interessengemeinschaft  zwischen
Kapital  und  Arbeit.  Der  Sozialindividualismus  baut  also  von
unten  auf,  alle  Kräfte  in  der  gleichen  Richtung  zu  dem
gleichen  Ziele  führend,  naturnotwendig  aus  dem  Eigeninteresse ­
  heraus.  Der  Sozialindividualismus  ist  keine  Theorie,
sondern  Wirklichkeit.  Er  gründet  sich  auf  die  bestehende,  historisch
gewordene  Rechtsordnung,  und  seine  wirtschaftliche  Durchführung ­
  verlangt  keine  Umstellungen,  sondern  nur  die  gerechte
Wertung  der  in  der  Wirtschaft  tätigen  Kräfte.  Der  Sozialindividualismus ­
  ist  die  Ersetzung  der  sozialen  Ungerechtigkeit  in
der  Wirtschaft  durch  allgemeine  soziale  Gerechtigkeit.
Er  ist  die  selbstverständliche  Lösung,  sobald  der  Arbeit  ihrem  Werte
und  ihrem  Rechte  nach  Gleichheit  mit  dem  Kapital  zugesprochen
wird.  Die  Gleichberechtigung,  die  als  das  Symbol  der  neuen  Zeit
gilt,  begründet  und  bedingt  in  der  Wirtschaft  den  Sozialindividualismus. ­

Dem  entspricht  die  praktische  Lösung.  Die  Gleichberechtigung ­
  von  Kapital  und  Arbeit  ist  so  zu  verstehen,  daß  dem
arbeitenden  Menschen  sein  bisher  vorenthaltenes  Recht  gegeben
wird.  Arbeit  war  bisher  eine  Ware,  die  man  kaufen  konnte.  Wenn
man  sie  gekauft  hatte,  ging  es  den  Arbeitenden  nichts  an,  was  der
Käufer  damit  machte.  Mit  Lohn  oder  Gehalt  wurde  er  abgefunden,
der  Dienstvertrag  begrenzte  seine  Rechte  dahin,  daß  er  die
Arbeit  gab  und  den  Preis  dafür  erhielt.  Der  Kampf  um  ein
menschenwürdiges  Dasein  führte  zum  Schutz  der  arbeitenden
Persönlichkeit.  Die  sozialen  Rechte  aber,  die  dem  Arbeiter  verliehen ­
  werden,  bildeten  nur  einen  Schutz  für  seine  Persönlichkeit,
und  erst  das  Betriebsrätegesetz  schuf  ein  Recht  des  Arbeiters
im  Betriebe,  in  dem  früher  der  Unternehmer  nach  seinem  Willen
frei  geschaltet  hatte.  Die  Gleichberechtigung  von  Kapital  und
Arbeit  setzt  die  Arbeit  als  Wert  in  die  Volkswirtschaft  ein,
der  nicht  mehr  käuflich  ist,  sondern  mit  dem  sich  das  Kapital
assoziieren  muß,  wenn  es  ihn  gewinnen  will.  Die  Arbeitskraft  wird
dadurch  gewissermaßen  kapitalisiert.  Von  dem  Gesamtkapital,
das  die  Arbeitskraft  eines  Menschenlebens  darstellt,  setzt  der
arbeitende  Mensch  einen  gewissen  Teilbetrag  ein,  der  durch  die
            
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