Full text: Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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Schaftsbedingungen von 1919 keinen Ausgleich für den Wert des 
Kapitals im Produktionsprozeß annehmen. Deutsch stellt die 
Rechnung folgendermaßen: 
Aktienkapital 200 000 000 Mk. 
Es waren beschäftigt etwa 40 000 Arbeiter und 
Angestellte. 
Den durchschnittlichen Jahresverdienst unserer 
Belegschaft können wir nach den jetzigen 
Lohn- und Gehaltssätzen mit 12 000 ,, 
in Ansatz bringen. 
Der als Dividende ausgeschüttete Gewinn be 
trug 20 000 000 „ 
Wir hätten also mit folgenden Zahlen zu rech 
nen : » 
Kapital 200 000 000 „ 
Arbeit (40 000 Mann je 12 000 Mk. pro Jahr) 480 000 000 „ 
Summa 680 000 000 Mk. 
Bei Zugrundelegung dieser Zahlen errechnet er eine Dividende 
von 3 % für den Aktionär, den Anteil der Durchschnittsarbeits 
aktie von 12 000 Mk. mit 360 Mk. Das ist indessen falsch. Nach 
meinem System der Gewinnverteilung ergibt sich in der gleichen 
Bilanz (von 1918/19) folgende Verteilung des Ertrages: 
Aktienkapital 200 000 000 Mk. 
Das durchschnittliche Jahreseinkommen 12 000 ,, 
Der als Dividende auszuschüttende Gewinn .. 20 000 000 ,, 
Davon ab Verzinsung des Kapitals zu 5 %... 10 000 000 ,, 
Es bleiben mithin zur Gewinnverteilung 10 000 000 ,, 
Das ergibt auf 12 000 Mk. Arbeitsaktie 176,46 ,, v 
Auf jede kapitalistische Aktie von 1000 Mk. .. 64,70 
Das ist eine Gesamtdividende für das Kapital 
von fast 6)4 %• 
So sieht die Rechnung schon anders aus. Das Schema gilt für 
die Bilanz des Geschäftsjahres 1918/19, stellt sich mithin in der 
heutigen Zeit, wo die Dividenden durchschnittlich sehr viel höher 
sind, noch weit günstiger auch für das Aktienkapital. Indessen 
ist das Beispiel gerade deshalb so außerordentlich wertvoll, weil es 
von einem Gegner zur Verfügung gestellt wird. Ich bedaure, daß 
Geheimrat Deutsch den ihm nach seiner Veröffentlichung sofort 
nachgewiesenen Irrtum nicht berichtigt hat, was um so merk- 
Piechottka, Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit. 3
	        
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