Full text : Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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würdiger  erscheinen  muß,  als  es  nicht  als  fair  gelten  kann,  ein
System,  das  man  bekämpft,  erst  zu  verdrehen,  um  es  bekämpfen
zu  können.  Außer  der  landesüblichen  Verzinsung  des  Kapitals  hat
aber  Geheimrat  Deutsch  noch  das  wichtigste  Moment  meines  Wirtschaftssytems
  außer  acht  gelassen,  und  das  ist  die  Erhöhung
der  allgemeinen  Leistungsfähigkeit,  hervorgerufen  durch
die  mitinteressierte  Arbeiterschaft  an  der  größeren  Ertragfähigkeit ­
  des  Unternehmens.  Diese  kann  man  einstweilen  zahlenmäßig
nicht  einsetzen,  weil  jede  Grundlage  für  eine  Schätzung  fehlt.
Aber  das  eine  ist  sicher,  wenn  überhaupt,  so  ist  durch  eine  am
Betriebe  unmittelbar  interessierte  Arbeiterschaft  eine
Erhöhung  der  Betriebserträge  herauszuwirtschaften.  Bei  der
aber  sicher  zu  erwartenden  Erhöhung  der  Betriebsgewinne  ist  nicht
nur  für  den  Arbeiter  ein  namhafter  Betrag  als  Jahresgewinn  zu
erzielen,  sondern  wird  auch  der  Ausgleich  für  den  Kapitalisten
geschaffen,  so  daß  er  in  Wirklichkeit  gar  keinen  Mindergewinn,
nur  eine  Erhöhung  auch  seines  Ertrages  aus  der  Zusammenarbeit
zwischen  Kapital  und  Arbeit  zu  erwarten  hat.  Darin  liegt  ja  gerade
der  Vorteil  des  Systems,  daß  es  sich  nicht  um  Umschichtung  der
bisherigen  Erträge  handelt,  sondern  daß  durch  einen  neuen  Wert,
den  der  individualistisch  frei  entfalteten  Arbeit,  die  Erhöhung
und  Besserstellung  für  beide  Teile  hervorgerufen  wird.  Herr
Geheimrat  Deutsch  befindet  sich  deshalb  auch  da  im  Irrtum,  wenn
er  folgert,  daß  die  Hoffnungen,  die  ich  in  der  Arbeiterschaft  erweckt
habe,  nicht  in  Erfüllung  gehen  können  und  nur  geeignet  sind,  Unzufriedenheit ­
  zu  schaffen.  Im  übrigen  habe  ich  gerade  die  Arbeiterschaft ­
  davor  gewarnt,  sich  übertriebenen  materiellen  Hoffnungen
hinzugeben.  Der  Wert  meines  Arbeitssystems  liegt  gar  nicht  so
ausschließlich  in  der  Gewinnbeteiligung  des  arbeitenden  Menschen,
sondern  in  dem  ideellen  Einsatz  aller  individuellen  Kräfte  in  der
Wirtschaft,  und  da  sollte  es  gerade  die  Industrie  sein,  die  eine
Erhöhung  der  Arbeitsfreudigkeit  und  damit  der  Produktion  begrüßen ­
  sollte,  besonders  da  ihr  nichts  genommen  wird.
Gleichwohl  sind  natürlich  die  materiellen  Erträge  aus  der
freudig  in  den  eigenen  Betrieb  eingelegten  Arbeit  nicht  zu  unterschätzen. ­
  Ganz  gleich  wie  viel  es  ist,  es  ist  auf  jeden  Fall  ein  selbst
erarbeiteter  Gewinn,  über  den  sich  jeder  freut  und  der  nur  mehr
noch  zur  Arbeit  anspomt,  weil  man  erkennt,  daß  aus  der  eigenen
Leistung  auch  etwas  herauskommt.  Gerade  in  unserer  so  materiellen ­
  Zeit  ist  die  Verbindung  ideellen  Wertes  mit  einem  sichtbaren ­
  Gelderträge  das  Mittel,  das  eigentlich  am  nächsten  liegen
            
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