Full text : Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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gewinn  25%,  übersteigt  der  Reingewinn  einer  Aktiengesellschaft
10%,  50%  erhalten.  Die  Ungerechtigkeit  dieses  Vorschlages
erkennt  man,  wenn  man  das  investierte  Kapital  zu  der  in  den
Löhnen  eines  Jahres  repräsentierten  investierten  Arbeit  ins  Verhältnis ­
  bringt.  Der  Wert  der  Arbeit,  der  in  den  Löhnen  zum  Ausdruck ­
  kommt,  ist  in  keiner  Weise  genügend  berücksichtigt.  Mit
einem  festen  Zahlenschema  kommt  man  überhaupt  keiner  gerechten
Lösung  näher,  sonst  wäre  beinahe  für  jeden  Betrieb  ein  eigenes
Schema  notwendig.  Eine  weitere  Ungerechtigkeit  besteht  darin,
daß  Cohen  nur  die  Beteiligung  in  Aktiengesellschaften  verlangt,
wodurch  ein  Unterschied  zwischen  den  Arbeitern  in  Aktiengesellschaften ­
  und  den  Arbeitern  in  anderen  Unternehmungen  geschaffen
wird  und  außerdem  darin,  daß  selbst  wenn  eine  Gewinnüberlassung
an  Arbeitergenossenschaften  volkswirtschaftlich  Vorteile  haben
könnte,  sie  nicht  der  ganzen  Volkswirtschaft  zugute  kämen.  Immerhin ­
  aber  beweisen  auch  diese  unzulänglichen  Versuche  einer  Lösung
die  Notwendigkeit,  daß  etwas  geschehen  muß,  um  in  der  Industrie
und  allgemein  in  der  deutschen  Volkswirtschaft  eine  Neueinstellung ­
  herbeizuführen.  Auch  die  tatkräftige  Beteiligung  der
Unternehmer  an  den  Versuchen  zur  Lösung  ist  lebhaft  zu  begrüßen,
als  sie  ein  Zeichen  dafür  ist,  daß  auch  bei  den  Unternehmern  die
Einsicht  für  die  Notwendigkeit  einer  Neuorientierung  der  Wirtschaft ­
  wächst.  Es  ist  Gemeingut  der  öffentlichen  Überzeugung
geworden,  daß  die  Steigerung  der  Produktion  durch  die  gesteigerte
Arbeitsleistung  die  wichtigste  Aufgabe  der  deutschen  Volkswirtschaft ­
  ist,  und  daß  das  Wirtschaftssystem  so  eingestellt  werden
muß,  daß  diese  Produktionssteigerung  gewährleistet  wird.  Dadurch ­
  wird  die  Dringlichkeit  begründet,  jetzt  endlich,  nachdem
die  Erfordernisse  für  die  Zukunft  feststehen,  an  die  Verwirklichung ­
  eines  neuen  sozialen  Arbeitssystems  heranzugehen. ­
  Gleichzeitig  zeigt  das  gegenwärtige  Stadium  der  Bemühungen ­
  an,  daß  gegenwärtig  durchaus  eine  günstige  Zeit  für
die  Durchführung  ist.

Unter  dem  Druck  der  Reparationen.
Die  Umstellung  der  deutschen  Volkswirtschaft  ist  nicht
nur  eine  Frage  der  Verbesserung,  sondern  eine  dringende  Notwendigkeit ­
  angesichts  der  Ansprüche,  die  die  nächste  Zukunft  an
die  deutsche  Wirtschaft  stellt.  Für  Jahrzehnte  hinaus  sind  der
            
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