fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

S Kap, XV. Einfluß der Konjunkturen auf die Arbeit. 
haben, während sie in Wirklichkeit bei der Ziffer 17,68 stehengeblieben 
ist, und also in der Zeit von 1895 bis 1907 4,37 Millionen Personen 
abzugeben gehabt hat, oder pro Jahr 365000 Personen, also 1000 Per- 
sonen pro Tag. Es braucht wohl nicht besonders betont zu werden, 
daß diese Berechnungen nur den Zweck haben können, uns eine ganz 
allgemeine Vorstellung von der Größe der hier in Rede stehenden Ab- 
wanderung von der Landwirtschaft in die übrigen Berufszweige zu 
geben. 
Die Abwanderung von der Landwirtschaft ist nicht gleichmäßig 
gewesen, sondern hat sich bis zu einem gewissen Grade in den Hoch- 
konjunkturen konzentriert. So z. B. haben die gesamten gewerblichen 
Berufsgenossenschaften in den Jahren 1892 bis 1895 kaum irgendeinen 
Zuschuß von außen aufnehmen können, dagegen 1896 bis 1900 sicher 
eine Million Arbeiter von außen‘ an sich gezogen oder etwa 200000 
Arbeiter pro Jahr, was natürlich einen bedeutend größeren Bevölkerungs- 
zuschuß für die betreffenden Industrien bezeichnet. Nur die Auf- 
speicherung von Arbeitskräften, welche in den Depressionsperioden 
in der Landwirtschaft stattfand, hat eine Deckung dieses außerordent- 
lichen Bedarfs der Hochkonjunkturen an Arbeitskraft ermöglicht. 
Es ist in diesem Zusammenhang von besonderem Interesse, zu 
untersuchen, welche Teile der landwirtschaftlichen Bevölkerung zu 
anderen Berufsabteilungen übergehen. Nach den Berufszählungen von 
1895 und 1907 waren in der Berufsabteilung A (Landwirtschaft usw.) 
vorhanden „Angehörige ohne Hauptberuf‘““ in den a- und c-Bevöl- 
kerungen, welche der selbständigen, resp. der Arbeiterklasse entsprechen 
(in 1000 Personen): 
1895 1907 
a 6550 5144 
C 3141 2350 
oder auf 100 Erwerbstätige: 
1895 1907 
a 255 205 
C 56 32 
Man findet, daß die c-Bevölkerung die Zahl ihrer „Angehörigen 
ohne Hauptberuf‘“ nunmehr so weit vermindert hat, daß eine weitere 
Verminderung wenigstens für längere Zeit kaum möglich erscheint. 
Eine Bevölkerung, in der nur 32 Angehörige auf 100 Erwerbstätige 
kommen, wird für die Zukunft offenbar nicht so viel Arbeitskräfte 
nach außen abgeben können, wie sie es früher, als sie noch eine be- 
deutend größere Zahl von Angehörigen besaß, vermochte. Auch die 
a-Bevölkerung hat die Zahl ihrer Angehörigen wesentlich sinken sehen. 
Soll die Klasse der selbständigen Landwirte überhaupt noch familie- 
bildend sein und an der deutschen Volksvermehrung proportional Anteil 
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