Full text: Die Deutsche Volksversicherung

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dir Sache am besten gemacht hätte. In der Praxis muß man die 
Dinge nehmen, wie sie sind, und daher werden sich auch diese Er 
örterungen lediglich an die Tatsachen halten. 
Der „Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten"' 
Nachdem um die Mitte des Juni 1912 der endgültige Beschluß 
zur.Gründung der „Volksfürsorge" gefaßt worden war, äußerte sich 
in einer größeren Öffentlichkeit zuerst der Vorsitzende des „Verbandes 
öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland", Generäl 
landschaftsdirektor und Geheimer Oberregierungsrat Kapp- Königs 
berg i. Pr. zu der Frage. In einer Rede, die er auf dem „28. Deutschen 
Landwirtschaftlichen Genossenschaftstage" am 12. Juli 1912 in Dres 
den hielt, wies er auf den parteipolitischen Charakter der geplanten 
„Volksfürsorge" hin und betonte, daß das sozialdemokratische Unter 
nehmen nur dann mit Erfolg vereitelt werden könne, wenn dem be 
rechtigten Bedürfnis der Arbeiterschaft nach einer zweckentsprechend 
arbeitenden Volksversicherung in einwandfreier Weise genügt werde. 
Im weiteren Verfolg der Grundsätze, die er hier vertreten hatte, 
trat im Herbst des Jahres ein „Zentralausschuß zur 
Förderung der Volksversicherung" ins Leben, an dessen - 
Spitze der Staatsminister von Moeller trat, und an. dem 
namhafte Parlamentarier aus allen bürgerlichen Lagern beteiligt 
waren. Dieser „Zentralausschuß" konstituierte sich im November 
1912 und berief auf den 23. November 1912 eine Sitzung ein, Zu 
der die Vertreter aller in Frage kommenden nationalen Verbände, 
im besonderen auch der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, eingeladen 
wurden. Auch beteiligten sich daran die Behörden des Reiches und 
des preußischen Staates, soweit diese Dinge in ihren Amtsbereich 
hineinspielten. 
Der „Verband deutscher Leberrsverficherungsgesellschaften". 
Inzwischen aber waren auch die privaten Lebensversicherungs 
gesellschaften nicht untätig gewesen. Am 26. Juli 1912 hielt der 
Ausschuß dieses Verbandes in München eine Sitzung ab, auf deren 
Tagesordnung ebenfalls die Frage einer nationalen und gemein 
nützigen Volksversicherung stand. Hier wurde bekanntgegeben, daß 
bereits seit einiger Zeit zwischen den privaten Lebensversicherungs 
gesellschaften und dem Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversiche 
rung Verhandlungen schwebten, die das Ziel verfolgten, die gesamte 
bürgerliche Volksversicherung in der Form einer gemeinnützigen 
Aktiengesellschaft zusammenzuschließen. Auch wurde geltend gemacht, 
daß es zweckmäßig sein würde, für eine solche Gesellschaft sich so 
wohl die Mitarbeit der bestehenden alten Volksversicherungsgesell- 
fchaften, als auch der öffentlichen Lebensversicherungsanstalten zu 
sichern. Gerade das letztere ist im Hinblick auf die späteren Ereig 
nisse besonders bemerkenswert. 
Es trat danach eine Volksversicherungskommission des „Verbandes 
deutscher Lebensversicherungsgesellschaften" zusammen, deren Vorsitz 
der Vorsitzende des Verbandes, Regierungsdirektor von R a s p - 
München übernahm. Diese Kommission arbeitete einen Plan aus,
	        
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