Die Bevölksrungsverhältnisse der Erde
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Europa hat daran das allergrößte Interesse, denn ihm mangelt,
wie wir in den folgenden Kapiteln deutlich sehen werden, der
Raum, um seinen Bevölkerungszuwachs auf eigenem Gebiete zu
versorgen. Es kann sich aber als Machtfaktor von der bisherigen
Größe im Weltgetriebe nur erhalten, wenn man einig vorgeht.
— Das ist die wichtigste Frage der nächsten Jahrzehnte.
Versteht es Europa nicht, europäische Politik zu treiben,
statt sich im Hader der Einzelstaaten zu erschöpfen, so ist seine
Weltgeltung dahin.
Europa.
Rekapitulieren wir kurz das über die Verteilung der Be
völkerung auf der Erde Gesagte, so finden wir :
Es haben Einwohner:
pro
Quadrat
kilometer
pro
Acker
quadrat
kilometer
pro
Kultur
quadrat
kilometer
Europa. . . .
... 45
161
85
Asien . . . .
... 21
119
32
Afrika . . . .
... 4-4
36
9-2
Amerika. . .
... 55
45
105
Australien . .
... 09
18
2-06
Europa ist also, wie bekannt, der am dichtesten bevölkerte
Erdteil.
Dies hatte zur Folge, daß es auch in der Ausnutzung des
verfügbaren Bodens am weitesten vorgeschritten ist.
Von der Gesamtfläche der einzelnen Weltteile macht das
kultivierte Land (Ackerland, Wiesen und Gärten) in Europa zirka
50%, in Asien 18%, i n Afrika 12%, in Amerika 12% und in
Australien gar nur 5% aus.
Innerhalb Europas ist die Verteilung der Bevölkerung wieder
eine sehr ungleichmäßige.
Vor dem Weltkriege — die diesbezüglichen neuen Verhält
nisse sind noch schwer ziffermäßig festzustellen — hatten die
damals bestandenen wichtigeren Staaten Europas folgende Ein
wohnerzahlen pro Kulturquadratkilometer:
Landwehr, Übervölkertes Land, 2