Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Beginnender Realismus. 
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ein Mensch z. B., je mehr er physische Kraft in Arbeit ver⸗ 
hraucht, um so mehr auch Nahrung aufnehmen, also die Ver— 
brennung anfachen mußte? 
Wenn dies aber der Fall war: wurde dann nicht Wärme 
in Arbeit umgesetzt? Unmittelbar schien ein Gesetz der Aqui⸗ 
valenz von Wärme und Arbeit aus diesen Erwägungen hervor⸗ 
zuspringen. 
Mayer verfolgte diesen Gedanken weiter, und im Jahre 
1842 faßte er seine Erwägungen und Beobachtungen in einem 
kleinen Aufsatze Bemerkungen über die Kräfte in der unbelebten 
Natur“ zusammen. In ihm generalisierte er seine Beobachtungen 
durch Anwendung des Prinzips auf die verschiedensten Vor⸗ 
gänge: „Die Lokomotive mit ihrem Convoi ist einem Destillier⸗ 
apparate zu vergleichen; die unter dem Kessel angebrachte 
Wärme geht in Bewegung über, und diese setzt sich wieder an 
den Achsen der Räder als Wärme in Menge ab.“ Und aus 
dieser Generalisierung heraus entwickelte er den allgemeinen 
Satz, daß Wärme umgewandelte Bewegung sei, berechnete das 
Verhältnis beider in einwandfreier Weise und forderte darauf— 
hin eine neue Formulierung des herkömmlichen Begriffes der 
Kraft. 
Inzwischen war man aber auch anderswo dem Gedanken 
der Aquivalenz von Wärme und Arbeit bezw. Bewegung nahe⸗ 
getreten; und der Däne Colding war der zweite, der ihn auch 
durch Experiment zu stützen wußte und nachwies, daß eine 
Temperaturerhöhung um 10 Celsius einer Arbeitsleistung von 
350 Meterkilogramm entspreche. Es war ein noch ungenaues 
Ergebnis; aber schon 1849 faßte es der reiche und darum zu 
kostspieligen Experimenten fähige Engländer Joule schärfer, 
indem er zeigte, daß, um die Kubikeinheit reinen Wassers von 
O o Celsius auf 10 Celsius zu erhöhen, es einer Arbeitsleistung 
bon 7738—775 Fußpfund bedürfe. 
Während das Ausland experimentierte, war aber Mayer 
im Durchdenken der ihm erreichbaren Tatsachen schon wieder 
um einen gewaltigen Schritt vorwärts geeilt. In der Schrift 
„Die organische Bewegung in ihrem Zusammenhange mit dem
	        
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