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Europäische Kolonisation,
Wenn wir uns erinnern, daß mit Ausnahme Rußlands,
Spaniens und einiger Balkanstaaten die europäischen Länder alle
schon heute mehr als 100 Einwohner pro Kulturquadratkilometer
haben und daß die durch innere Kolonisation erreichbare Pro
duktionssteigerung nicht nur Grenzen hat, sondern daß es in
den am intensivsten kultivierten Ländern, wie z. B. Belgien,
fraglich ist, ob sich die Erträge überhaupt noch weit über die
Vorkriegsleistung steigern lassen, wird klar, daß eine Selbst
ernährung Europas bei steigender Einwohnerzahl nur dann zu
erreichen wäre, wenn wir Europa als ganzes betrachten und an
nehmen, daß es mit der Zeit gelingen werde, die heute noch
dünner besiedelten Gebiete durch die Überschüsse an Menschen-
material, welche die übervölkerten Gebiete nicht mehr verwerten
können, zu kultivieren.
Das heißt, es müßte aus den alten westlichen und mittel-
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europäischen Kulturländern eine systematische Auswanderung in
/die menschenarmen Gebiete, insbesondere nach Rußland, in die
Wege geleitet werden.
Das sind Voraussetzungen, auf deren Erfüllbarkeit in abseh
barer Zeit man wohl wenig Hoffnung haben wird. Insbesondere
in unserer heutigen politisch und sozial zerrütteten Lage er
scheinen sie fast aussichtslos. Möglich übrigens, daß gerade die
jetzige desolate Situation Rußlands, in die es durch die bolsche
wistische Irrlehre geraten ist, die Sache* erleichtert, sobald die
Bolschewisten abgewirtschaftet haben. Dann mag ein Aufblühen
Rußlands erfolgen, denn dort ist noch Raum für ungeahnte
Entwicklungen. Vielleicht fällt in Zukunft ihm die führende
Rolle zu.