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2. Kapitel
arbeitsparenden Maschine, denn nur, wo solche
Ersparnisse sich anhäufen, sind solche Wertbildungen
möglich.
Dasselbe gilt vom Grund und Loden. Mt diesem
ist bei der Bewertung einer Zache nach der darin
enthaltenen oder zu ihrer Herstellung notwendigen
Arbeitszeit gar nichts anzufangen- denn er ist weder
eine Sache, noch liegt in ihm irgendwelche Arbeits
zeit. Dennoch vollzieht sich alltäglich in der Praxis seine
Wertbestimmung in gleicher weise, wie bei den Sachen.
Greifen wir aber das Problem von der anderen
Seite an, und lassen die Arbeit als Maßstab gelten,
die der Besitz an Grund und Boden seinem Besitzer zu
ersparen imstande ist, dann wird uns sofort die öko
nomische Bewertung nicht nur des städtischen, sondern
auch des ländlichen Grund und Bodens viel klarer
als vorher.
Ein Acker, der durch die Güte seines Bodens 50 Zent
ner Getreide liefert, wo ein anderer nur 25 hergibt,
erspart dem Besitzer die Arbeit, diese 25 Zentner ander
weitig zu beschaffen, und folglich ist seine Grundrente
um diese ersparte Arbeit höher als die des ersten.
Sehr deutlich läßt sich die Richtigkeit dieser Be
wertung nachweisen bei ländlichen Meliorationen.
wenn ein Landmann 100 Tage Arbeitszeit daran
gewandt hat, den Ertrag eines Ackers von 25 Zentnern
auf 50 Zentner Getreide zu erhöhen, dann ist letzterer
nicht etwa um die hineingesteckte Normalarbeitsleistung
wertvoller geworden, sondern um so viel als Arbeit
erspart wird, um den Überschuß von 25 Zentnern
Korn anderweitig herzustellen.
Genau so verhält es sich mit dem steigenden Grund
werte an neuen Straßen, Eisenbahnen und Kanälen.