Full text: Leben und Lehre des Buddha

Die buddhistische Bergpredigt. 
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ihrer überdrüssig ist, wird er von der Leidenschaft befreit und durch 
Befreiung von der Leidenschaft wird er erlöst. Wenn er erlöst ist, 
so erkennt er, daß er erlöst ist, und es wird ihm klar, daß die 
Wiedergeburt zu Ende, die Heiligung vollendet ist, daß er seine Pflicht 
getan, und daß es für ihn keine Rückkehr zu dieser Welt mehr gibt." 
Von Uruvela zog Buddha nach Eäjagrha. Die jüngeren Texte 
hatten ihn schon einmal dahin ziehen lassen, bald nachdem er zuerst 
das geistliche Gewand angelegt hatte. Seine ungewöhnliche Er 
scheinung hatte damals schon die Aufmerksamkeit des Königs Biwbi- 
sära erregt, der Buddha alles anbot, worüber er verfügte, nach den 
nördlichen Quellen sogar die Hälfte seines Königreichs. Aber Buddha 
hatte alles abgelehnt, dagegen dem Könige versprochen, daß er sein 
Reich zuerst besuchen werde, wenn er Buddha geworden sei. Der in 
den alten Texten geschilderte Besuch wäre danach die Einlösung eines 
früher gegebenen Versprechens. Bimdisära bekehrte sich mit einer 
großen Zahl seiner Untertanen zu Buddha und blieb während seines 
ganzen Lebens ein treuer Freund und Beschützer Buddhas. Er lud 
damals Buddha für den nächsten Tag zum Mittagessen ein, worein 
dieser durch Schweigen willigte. Bei dem Essen setzte Bimbisära ihm 
die feinsten Gerichte vor und bediente ihn selbst. Am Ende der Mahl 
zeit machte er ihm einen großen Park, das Yeluvana, „Schilfrohr 
hain", zum Geschenk, das der Meister annahm. Dort pflegte Buddha 
sich fortan aufzuhalten, wenn er nach Eäjagrha kam, und dort haben 
sich daher viele Ereignisse in seinem Leben abgespielt. 
In Eäjagrha gewann sich Buddha damals auch die beidenJünger, 
die später nächst ihm selbst die erste Rolle in der Gemeinde spielen 
sollten, 8ariputra (Pali Läriputta) und Maudgalyäyana 
(Pali Moggalläna). Beide waren Schüler des Bettelmönches 
Samjaya und eng befreundet. Sie hatten sich das Versprechen 
gegeben, daß, wer zuerst die Erlösung vom Tode erlange, dies 
dem andern sagen solle. Einst sah Kärixutra einen Jünger des 
Buddha, den A s v a j i t (^ati A s s a j i; Bei ben nördlichen A s v ak i n), 
einen aus der Gruppe der fünf, durch die Straßen von Eäjagrha 
wandern. Sein Wesen imponierte ihm so, daß er ihn nach seinem 
Meister und dessen Lehre fragte. Asvajit erklärte ihm, er sei noch 
ein Neuling und könne ihm die Lehre nicht in vollem Umfange 
mitteilen, sondern nur ihren kurzen Sinn. Lärixutra ist damit 
zufrieden, und Asvajit spricht die berühmten Worte: „Die Daseins 
formen, die eine Ursache haben, deren Ursache hat der Vollendete 
verkündet, und was ihre Vernichtung ist. So lehrt der große Asket."
	        
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