bedürftige Frauen feit Kriegsbeginn 461 vollftändige Säuglingsausftattungen
gegen eine monatliche Leihgebühr von 40 Pfg. ausgegeben. Wurden die
Sachen in gutem Zuftande zurückgeliefert, erhielten die Frauen die Hälfte
des gezahlten Betrages zurück 1 . Zur Ausbildung in der Säuglingspflege
wurde von der Wohlfahrtzentrale vom 6. Januar bis 10. März 1917 unter
Leitung des Herrn Profejfor Selter aus Solingen ein Lehrgang mit praktifchen
Uebungen veranftaltet, an
weldiem 135 Frauen und Mäd
chen teilnahmen. Ein weiterer
Kurfus für Säuglingspflege fand
im Tagesheim fürfchulentlaffene
Mädchen, unter Leitung von
Fräulein Riegel mit 24 Teil
nehmerinnen statt. *) Audi die
Krippe Oberdörnerftrafje 52 a
nimmt während der Kriegszeit
Kinder bis zu 2 Jahren in
Tag- und Nacht - Pflege. Die
Krippe erhielt von der Wohl-
Kriegsniederlaffung des Säuglingsheims. Badezimmer. fahrtzentrale einen Zufchuf?
von Mk. 500.—. Es wurden
dort bis jetzt 35 Kinder unter gebracht.
Kriegskinderfürsorge.
Um das Barmer Kleinkinderfchulwefen zu fördern und zu vertiefen,
ermittelte die Wohlfahrtzentrale Ende Oktober 1916 durdi eine Rundfrage
die einzelnen Verhältni|fe der beftehenden 30 Anftalten und regte dann in
einer gemeinfamen Yerfammlung die Einfettung eines ftändigen Kleinkinder-
fchulausfchuffes, fowie den Ausbau der Kleinkinderfürforge nach folgenden
Richtlinien an:
Streng zu wahren bleibt die Selbftändigkeit und der jeweilige konfe|]ionelle
Charakter der einzelnen Kleinkinderfchulen bezw. der (Je unterhalten
den Körperfchaften.
Die Kleinkinderfürforge ift und bleibt Sadie inneren Berufes und perfön-
licher Hingabe.
‘1 Außerdem erfolgte unier Mitwirkung der Wohlfahrtzenirale vom 8. bis 20. März 1917 eine
Unterweifung in der Säuglingspflege durch eine Dame des Vereins für Säuglingspflege im Regie
rungsbezirk Duffeldorf (70 Teilnehmer innen), fowie durch diefelbe vom 21. März bis 3. April ein
Unterricht für 20 Landpflegerinnen im Augufte Victoria Heim.