Full text : Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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schäften)  sich  meistens  willig  in  den  Dienst  der  großen  kommunalen
Ausgaben  gestellt  haben  und  durch  entsprechende  Erziehung  ihrer  Mitglieder, ­
  ebenso  auch  durch  eigene  Zentralisierung  des  Schlacht-  und
Wurstcreibctriebes,  das  Menschenmögliche  geleistet  haben.  Sie  haben
damit  vielen  großen  Kommunen  die  ihnen  völlig  neue  Riesenaufgabe
wesentlich  erleichtert.
Die  in  dieser  Weise  vielfach  geschaffene  städtische  Fiel  s  chbe  -
wirtschaftung  hat  sich  meistens  sehr  rasch  in  die  neue  Arbeit
gefunden  und  Vorbildliches  geleistet.  Es  sei  hierzu  an  Einzelheiten
folgendes  ermähnt:
Die  W  u  r  st  f  a  b  r  i  k  a  t  i  o  n  hat  sich  bisweilen  spezialisiert.
Neben  guten  Fleischwurstsorten  hat  man  besonders  preiswerte  einfachere ­
  Würste  ans  billigerem  Wurstgut  hergestellt,  die  ausschließlich
Minderbemittelten  vorbehalten  blieben  (z.  B.  Straßburg).
Vielfach  hat  inan  mit  Erfolg  sich  bemüht,  Streich  fette
zur  Behebung  des  Fett-  und  Brotaufstrichinangels  aus  den
Schlachtungen  herauszuschlagen,  indem  man  fette  Teile  des  Schweins
durch  Ausschmelzen  auf  Schmalzersatz  verarbeitete  (Mainz,  Magdeburg). ­

In  zahlreichen  Fällen  haben  die  Städte  sich  der  Entfettung
der  Knochen  angenommen  und  hieraus  Speisefette  neben
technischen  Fetten  erzeugt,  ein  Verfahren,  das  der  Kriegsanüschuß
für  L)le  und  Fette  durch  Belastung  von  50  v.  H.  der  an  sich  für  die
Margarineerzeugung  beschlagnahmten  Fetterzeugnisse  zugunsten  der
Städte  besonders  anerkannt  hat.  Mit  der  Entfettung  der  frischen
Knochen  hat  man  häufig  die  Entfettung  vorgelochter  Knochen  verbunden, ­
  die  zu  diesem  Zwecke  mit  besonderen  Sammelorganisationen
aus  den  Haushaltungen,  Gastwirtschaften,  Kriegsküchen  und  dergleichen ­
  herausgeholt  werden.  Letzteres  Verfahren,  das  ebenfalls
wertvolle  Fette  gewinnt,  verdiente  noch  viel  weitere  Verbreitung.  Es
fallen  hierbei  naturgemäß  auch  noch  technische  Fette,  Futtermehle
und  schließlich  zu  Düngemitteln  verwendbare  Abfülle  ab.
Bei  der  vorersichtlichen  Betrachtung  ist  die  Anliefe  r  n  n  g
des  genügenden  lebenden  Viehes  stets  als  selbstverständlich  vorausgesetzt ­
  worden.  Diese  ist  keine  kommunale  Ausgabe,  sondern  gehört
in  das  Tätigkeitsgebiet  der  staatlichen  Viehaufbringungsstellen,  die
besondere  Betrachtung  in  diesen  Heften  (Heft  10  der  „Beiträge  zur
Kriegswirtschaft")  gefunden  haben.  Es  bleibt  nur  zu  betonen,  daß
der  verteilende  Kommunalverband  als  rein  empfangender  Teil  auf
sie  keinen  Einfluß  besitzt.  Geringe  Ausnahmen  hiervon  bieten  —
            
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