Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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giöser Färbung’ des Socialistiscben von Erheblichkeit wird, be 
steht in der autoritären oder nichtautoritäron Einführung der 
fraglichen Ideen. So wenig uns der praktische Socialismus als 
Zubehör oder Folge religiöser Sectirung etwas angeht, so kön 
nen wir doch eigentliche Socialtheorien, bei denen die Mischung 
mit dem Christlichen einen mehr moralischen Charakter hat, 
und die sich vornehmlich auf letzte sittliche Principien, wenn 
auch in einer ungeeigneten Form, berufen, nicht als völlig gleich 
gültig verurtheilen. Solche Erscheinungen sind wenigstens 
kennzeichnend für gewisse, nicht unwichtige Abwege der Ideen 
gestaltung, und so mögen denn hier noch einige Worte über einen 
bisher sehr wenig bekannt gewordenen Deutschen Socialiston 
(Winkelblech) Platz finden, der unter dem Namen Karl Mario 
im Verlauf des Jahrzehnts seit 1848 ein umfangreich angeleg 
tes Werk „Untersuchungen über die Organisation der Arbeit 
oder System der Weltökonomie” zu etwa zwei Dritteln veröffent 
licht hat. Die Abschneidung dieser Publication durch den Tod 
hat den dritten Band betroffen, der die praktischen Verzeich 
nungen geben sollte und von welchem nur vier Hefte (1857—59) 
erschienen sind. Die zwei vorangegangenen Bände (als solche 
d. h. nicht nach der Zeit des heftweisen Erscheinens unter den 
Jahreszahlen 1850—57) enthalten eine darstellende Beurtheilung 
der geschichtlichen Erscheinungen in volkswirthschaftlicher 
und socialistischer Theorie sowie in der Classen- und Staaten 
politik und ausserdem eine Art reiner wirthschaftlicher Doctrin. 
Die letztere, welcher der zweite Band gewidmet ist, macht sich 
meist sehr pedantisch und platt. Sie strotzt von Gemeinplätzen 
und dilettantisch angeeignoten Schulbegriffen. Dagegen ist 
der erste historische Band in seinen zwei Abtheilungen nicht 
ganz ohne Eigenthümlichkeiten, und die bisweilen geschichtlich 
zutreffende Anschauungsart zeigt, dass der Verfasser nicht ohne 
Anlage zu echt politischen Beobachtungen gewesen sei. Dies 
verdient um so mehr hervorgehoben zu werden, als die ver 
ständliche, von den gewöhnlichen Philosophastpreien der be 
treffenden Generation freie Redeweise von Mario mit dem 
sonst üblichen Hegelianischen Jargon der Zeit vortheilhaft 
contrastirt. Auch ein nicht sonderlich häufiges Maass von 
gutem, nicht durch Eitelkeit interessirten Willen, ohne die 
sonst nur allzu greifbaren Beimischungen von bewusster So- 
phistik und trügerischer Absicht, zeichnet allem Anschein nach
	        
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