Full text: Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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gleichen Wirtschaft nicht unwesentlich. Sie ist am größten in Weide 
gebieten im Spätsommer und Herbst, in Stallmastgcbieten zwischen 
Weihnachten und Ostern. In Gebieten mit Zuckerrüben und Kar 
toffelbrennereien trifft man die höchste Schlachtausbeute gegen Ende 
der Rübenkampagnc und der Spiritusbereitung. Die stärksten 
Schwankungen beobachtet man beim Übergang von einer Fütterungs- 
Periode zur anderen. 
Durch den Wegfall der ausländischen Kraftfuttcrmittel ist die 
Schlachtausbeute während des Krieges erheblich geringer geworden. 
Um genaue Unterlagen für die Berechnung des der Friedenszeit 
gegenüber sich ergebenden Unterschiedes zu gewinnen, wurden im 
ganzen Reichsgebiete von Zeit zu Zeit Probeschlachtungeu angestellt. 
Dies. war notwendig, weil die Schlachtausbeute von allergrößtem 
Einfluß auf die Preisbildung des Fleisches ist. 
Die an einen: sehr umfangreichen Schlachtviehmaterial vor 
genommenen Probeschlachtungen haben ergeben, daß die 
S ch l a ch t a u s b e u t e im Winter und Frühjahr, 1917 betrug: 
bei Rindern 36,00-59,20% des Lebendgewichtes 
„ Kälbern 50,49—69,17% „ 
„ Schafen 32,80-48,90% „ 
„ Schweinen... 66,92 — 83,00% „ „ 
Abgesehen von der schwankenden Bedeutung des Begriffes „Lebend 
gewicht" ist die Schlachtausbeute auch von der Art der Ermittelung 
des Schlachtgewichts abhängig. 
Der Begriff des S ch l a ch t g e w i ch t s ist in Preußen 
durch die in der Anlage I der Allgemeinen Verfügung der Ministerien 
sür Landwirtschaft, Domänen und Forsten, für Handel und Gewerbe 
und des Innern vom 9. Juli 1900 enthaltenen Bestimmungen über 
das Schlachten und die Ermittlung des Schlachtgewichts bei den ein 
tüten Schlachttiergattungen festgelegt. Diese Grundsätze für die 
Schlachtgewichtsermittlung sind auch von den übrigen Bundesstaaten 
'n der Hauptsache anerkannt. Wesentliche Abweichungen finden sich 
nur in Bayern hinsichtlich der Kälber, bei denen lediglich Magen und 
Darm, Nabel und bei männlichen Kälbern die äußeren Geschlechts 
teile, und bezüglich der Schafe, bei denen nur Fell, Unterfüße, Magen 
sowie Darm, bei Widdern und Hammeln die äußeren Geschlechtsteile 
und bei Mutterschafen das Euter nicht zum Schlachtgewicht gerechnet 
werden. Außerdem werden in vielen Gegenden Bayerns, in Baden 
uf'd Mecklenburg-Strelitz die Fleisch- und Talgnieren nicht zum 
Schlachtgewicht gerechnet. Die sonstigen Abweichungen sind un 
wesentlich. 
Heft 17/18/lg 
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