Full text : Ferdinand Lassalle

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Eine  Verteidigungsrede  über  die  Wissenschaft  und  die  Arbeiter
vor  dem  Berliner  Kriminalgericht  gegen  die  Anklage,  die  besitzlosen
Klassen  zum  Haß  und  zur  Verachtung  gegen  die  Besitzenden
öffentlich  angereizt  zu  haben.  (16.  Januar  1863)

Meine  Herren  Präsident  und  Räte!
Ich  muß  damit  beginnen,  Ihre  Nachsicht  in  Anspruch
zu  nehmen.  Meine  Verteidigung  wird  eine  eingehende
sein.  Sie  wird  eben  deshalb  eine  nicht  gerade  kurze  sein
müssen.  Aber  ich  halte  mich  hiezu  berechtigt,  einmal
durch  die  Höhe  des  Strafmaßes,  mit  welchem  mich  der
§  100  des  Strafgesetzbuchs  bedroht,  ein  Strafinaß,  das
in  seinem  Maximum  nicht  weniger  als  zwei  Jahre  Gefängnis ­
  beträgt,  zweitens  aber  und  besonders  dadurch,
daß  es  sich  heute  um  noch  etwas  ganz  anderes  handelt,
als  um  eine  Strafe  und  um  einen  Mann!
Erlauben  Sie,  daß  ich  sofort  die  Debatte  aus  dem  Bereiche ­
  gewöhnlicher  Prozeßroutine  auf  die  Höhe  und  zu
der  Würde  erhebe,  welche  ihr  zukommen.
Die  Anklage,  die  gegen  mich  erhoben  worden  ist,  ist
ein  schlimmes  und  trauriges  Zeichen  der  gegenwärtigen
Lage  der  Dinge.
Sie  verletzt  nicht  nur  die  gewöhnlichen  Gesetze;  sie
bildet  sogar...
(Der  Staatsanwalt  erhebt  sich  protestierend)
            
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