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führen hierzu aus: »Die bisher gebauten Kohlenheber be
finden sich noch im Versuchs- und Vergleichsstadium. Inwieweit
diese Konstruktionen und andere in Erwägung befindliche, hier
von mehr oder weniger abweichende Ausführungen sich am besten
den verschiedenen Bedürfnissen der Reedereien anzupassen ver
mögen, muß in längerem Betriebe abgewartet werden.«
Fassen wir noch einmal kurz das über die Kohlenumschlags
anlagen in Hamburg Gesagte zusammen: »Es läßt sich nicht
leugnen, daß noch sehr viel verhältnismäßig primitiver Verkehr
zu finden ist, daß die Kohlenlöschvorrichtungen beim Umschlag
Eisenbahn-Schiff zurzeit völlig unzureichend sind; aber es ist
hierin schon ein Umschwung eingetreten 1 ), und es werden die Er
fahrungen der Rheinhäfen und ebenso ausländischer Häfen Hamburg
bei seinen neu geplanten Anlagen zugute kommen. Für die
Bunkerei sind allerdings drei leistungsfähige Apparate vorhanden,
die jeder einem anderen System angehören. Es ist dies um so
wertvoller, als über diese Heber in maßgebenden Kreisen noch
kein abschließendes Urteil gefällt worden ist, weil sie noch nicht
lange genug sich im Betriebe haben bewähren können. Nur auf
diese Weise ist es möglich, die Vorteile und Nachteile eines jeden
einzelnen Systems auszuprobieren.
Die Getreide-Lösch- und Ladeeinrichtung im Hamburger Hafen.
Der Getreidetransport an sich findet auf zwei ganz ver
schiedene Weisen statt, nämlich einmal als Sackladung und dann
als Schüttladung, d. h. lose, indem lediglich die verschiedenen
Sorten durch Matten und dergl. voneinander getrennt werden.
Man spricht in diesem Falle von abgemattetem Getreide. Beim
Transport zeigt das Getreide oft Eigenschaften, die für den ganzen
Getreidehandel von allergrößter Bedeutung sind, und auf die ich
deshalb hier noch hinweisen muß. Das Getreide erhitzt sich bei
längerer Lagerung ziemlich bedeutend, und diese Erhitzung kann
zur sogenannten Selbstdarre führen. Bei diesem Prozeß schrumpft
das einzelne Korn zusammen, verliert an Gewicht und Stärkegehalt
und somit an Qualität. Ferner kann durch Feuchtigkeit ein Muffig
werden der Getreideladung eintreten, was ebenfalls Qualitätsminde
rung bedeutet. Diese Gefahren — die Selbstdarre und das
Muffigwerden — müssen von der Ladung abgewandt werden.
Man muß also beim Transport nach Möglichkeit Hitze und Feuchtig
keit vermeiden. Für den Getreideimporteur kommt es vor allem
x ) cf. die im Bau befindlichen Schwingkipper auf S. 59.
Abhandlungen d. staatsw. Seminars z.Jena, Bd. XII, Heft 2. 5
Haase, Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen usw.